Aktualisiert 27.06.2014 10:26

Bodensee-FischerEngere Netze und weniger Patente

Die Berufsfischer am oberen Bodensee haben 2013 so wenig Fische gefangen wie seit 60 Jahren nicht mehr. Nun will man im Kanton Thurgau darauf reagieren.

von
taw
Den Bodensee-Fischer gehen kaum noch Egli ins Netz.

Den Bodensee-Fischer gehen kaum noch Egli ins Netz.

Weil das Wasser immer sauberer wird, fehlen den Fischen die Nährstoffe und dadurch wachsen sie langsamer. 465 Tonnen Fische hatten die Berufsfischer im vergangenen Jahr in ihren Netzen; das sind 16 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) am Donnerstag mitteilte. Die Existenz der Fischer ist bedroht.

Kanton Thurgau will weniger Patente vergeben

Wegen der geringeren Erträge der Berufsfischer will der Kanton Thurgau künftig nicht mehr so viele Patente vergeben. «Es wird sicher nicht so sein, dass man einem jetzigen Berufsfischer das Patent entzieht, aber ungenutzte Patente werden nicht wieder neu vergeben», so Roman Kistler, Leiter des Thurgauer Amts für Jagd- und Fischereiverwaltung, gegenüber dem «Regionaljournal SRF». Statt bisher 28 Patenten vergibt der Kanton Thurgau in Zukunft nur noch rund 20.

Engere Netze könnten Abhilfe schaffen

Ein Entscheid der internationalen Bodenseekonferenz könnte den Fischern ebenfalls helfen: In den Sommermonaten darf ein Viertel der Netze engere Maschen haben. «Damit können die Berufsfischer in den fangschwachen Sommermonaten grössere Erträge einholen, allerdings werden die Fänge dann im Herbst schwächer ausfallen», sagt Michael Kugler, verantwortlich für die Fischerei im Kanton St. Gallen. Laut Kugler ist das vom biologischen Alter der Tiere her kein Problem und auch die Nachhaltigkeit der Fischerei wird nach wie vor gewahrt.

Ganz anders sieht das der WWF. «Die Massnahme hat fatale biologische Folgen. In der Summe fängt man so auch weniger Fische und die Fischer schneiden sich damit ins eigene Blut», so Lukas Indermaur, Projektleiter Alpenrhein beim WFF.

Der WFF will sich deshalb gegen den Entscheid wehren.

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