Slowenien vs. England: England im Achtelfinal - Slowenien out
Aktualisiert

Slowenien vs. EnglandEngland im Achtelfinal - Slowenien out

Die Engländer haben den Kopf nochmals aus der Schlinge gezogen. Nach dem 1:0 gegen Slowenien sind sie weiter und der Verlierer ausgeschieden.

Die Slowenen erlebten in Port Elizabeth hingegen ein bitteres Out. Mit der besten Ausgangslage in die letzte Runde der Gruppe Cgestartet schien sogar die sich anbannende Niederlage zum erstmaligen Vorstoss in eine WM-K.o.-Runde zu reichen, ehe die USA in der Nachspielzeit doch noch den 1:0-Siegtreffer gegen Algerien erzielten. Damit zogen die Amerikaner sogar vor England als Gruppenerster in die nächste Runde.

Die harsch kritisierten Engländer, die mit zwei Remis' ins Turnier gestartet waren, zeigten die mit Abstand beste Vorrunden-Leistung. Massgeblichen Anteil daran hatten Jermaine Defoe und James Milner, die die gegen Algerien enttäuschenden Emile Heskey und Aaron Lennon in der Startformation ersetzten. Eine Flanke von Milner ermöglichte Defoe in der 23. Minute das 1:0.

Auch nach dem Führungstreffer machten die «Three Lions» viel Druck. Bei Standardsituationen, aber auch aus dem Spiel heraus, vor allem über den linken Flügel von Milner, erarbeiteten sie sich Torchancen. Nach einer halben Stunde rettete der starke slowenische Keeper Samir Handanovic, der bei Udinese Teamkollege von Gökhan Inler ist, gegen Defoe und Steven Gerrard. Und bald nach dem Seitenwechsel vergaben Defoe, John Terry und Wayne Rooney innerhalb von einer Viertelstunde drei sehr gute Möglichkeiten, das Skore zu erhöhen.

Rooney, der erneut unter den Erwartungen blieb und schon eine gute Viertelstunde vor Schluss ausgewechselt wurde, hatte bei einem Pfostenschuss (58.) Pech. Bis auf diese Szene hatte der Goalgetter von Manchester United aber wenig vorzuweisen. Defoe war mit Abstand der stärkste Stürmer, sorgte für viel Druck, während Rooney phasenweise unkonzentriert und entnervt wirkte.

Die fehlende englische Effizienz wäre beinahe bestraft worden. In der 68. Minute spielte sich Slowenien blitzschnell in den englischen Strafraum, doch Milivoje Novakovic, Zlatko Dedic und Valter Birsa verpassten nacheinander aus idealen Positionen das 1:1, das zum Weiterkommen gereicht hätte.

Slowenien - England 0:1 (0:1)

Nelson Mandela Bay, Port Elizabeth. - 38 000 Zuschauer. - SR Stark (De). - Tor: 23. Defoe 0:1.

Slowenien: Samir Handanovic; Brecko, Suler, Cesar, Jokic; Birsa, Radosavljevic, Koren, Kirm (79. Matavz); Novakovic, Ljubijankic (62. Dedic).

England: James; Johnson, Terry, Upson, Ashley Cole; Milner, Gerrard, Lampard, Barry; Defoe (86. Heskey), Rooney (72. Joe Cole).

Bemerkungen: Slowenien ohne Pecnik (verletzt); England ohne King (verletzt) und Carragher (gesperrt). 58. Pfostenschuss von Rooney.

Verwarnungen: 40. Jokic (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 48. Johnson (Schwalbe). 79. Birsa (Foul). 81. Dedic (Foul).

Vor dem Spiel

In Port Elizabeth muss für England gegen Slowenien, den überraschenden Leader der Gruppe C, unbedingt der erste Sieg dieser Vorrunde her. Erreichen die Engländer nur ein Remis, sind sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit draussen. Denn dann müsste auch die zweite Partie der Gruppe, USA - Algerien, unentschieden enden, mit möglichst wenig Toren. Wenn die Amerikaner 0:0 spielen, bräuchten die Engländer schon ein 3:3, um einem Losentscheid zu entgehen.

In England war man vor der WM überzeugt, endlich wieder einmal eine Mannschaft zu haben, die 44 Jahre nach dem bisher einzigen WM-Titel den Turniersieg erringen kann. Doch auf dem Rasen wirken die «Three Lions» wie verschlafene Kätzchen. «Ich erkenne das Team nicht wieder», musste Englands italienischer Trainer Fabio Capello frustriert feststellen.

Der Druck scheint die Mannschaft zu lähmen. Insbesondere Manchester Uniteds Stürmerstar Wayne Rooney steht komplett neben den Schuhen. Selbst sein Klubtrainer Alex Ferguson machte sich Sorgen: «Ich habe ihn letzte Woche angerufen und gesagt: Entspann dich und geniesse es. Schon da hatte ich den Eindruck, dass es Spannungen gibt im Team.» Zuletzt hatte Abwehrchef John Terry mit Kritik an der Taktik ein Rauschen im Blätterwald entfacht.

Capello könnte Rooney gegen Slowenien wohl erstmals an vorderster Front aufstellen, mit Captain Steven Gerrard als hängender Spitze. Sicher ist indes, dass in der Innenverteidigung John Terry erneut einen anderen Partner erhält. Auf Rio Ferdinand (out kurz vor der WM), Ledley King (an der Leiste verletzt) und Jamie Carragher (gesperrt) soll nun Matthew Upson von West Ham United folgen. Am linken Flügel könnte zudem Joe Cole ins Team rücken.

Die Probleme Englands brauchen Slowenien nicht zu kümmern. An der WM 2002 waren die Slowenen in der Vorrunde gescheitert, nun wollen sie bei ihrer zweiten Teilnahme in die Achtelfinals. Ein Unentschieden reicht ihnen dafür. Das bisher einzige Duell gegen England hatten die Slowenen letzten September 1:2 verloren. Bis auf den an einer Rippenprellung leidenden Innenverteidiger Marko Suler und Ersatzstürmer Nejc Pecnik (WM-Out nach Knöchelbruch) sind alle Mann fit. (si)

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