Wieder Rassismus-Skandal in Ungarn - So cool reagieren die England-Profis, als sie mit Bierbechern beworfen werden
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Wieder Rassismus-Skandal in UngarnSo cool reagieren die England-Profis, als sie mit Bierbechern beworfen werden

An der EM diesen Sommer haben ungarische Fans französische Spieler rassistisch beschimpft. Nun kam es zu einem erneuten Vorfall – in der WM-Qualifikation gegen England.

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Mittelfeldspieler Declan Rice nutzt die Gelegenheit für eine kleine Erfrischung.

Mittelfeldspieler Declan Rice nutzt die Gelegenheit für eine kleine Erfrischung.

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Auch Jack Grealish scheint dem Flüssig-Brot nicht abgeneigt.

Auch Jack Grealish scheint dem Flüssig-Brot nicht abgeneigt.

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Raheem Sterling widmet seinen Treffer einem verstorbenen Freund.

Raheem Sterling widmet seinen Treffer einem verstorbenen Freund.

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Darum gehts

  • England spielte in der WM-Qualifikation auswärts in Budapest gegen Ungarn.

  • Während der Partie sollen die ungarische Fans einmal mehr rassistisch aufgefallen sein.

  • Zudem wurden die Engländer mit Bier beworfen, reagierten aber darauf sehr schlagfertig.

Die englischen Fussball-Nationalspieler Jude Bellingham und Raheem Sterling sind Medienberichten zufolge beim 4:0-Sieg in der WM-Qualifikation in Ungarn rassistisch beleidigt worden. Einige Zuschauer sollen während der Partie am Donnerstagabend in Budapest Affenlaute in Richtung der beiden Profis gemacht haben, wie englische Medien übereinstimmend berichteten. Mittelfeldspieler Bellingham vom Fussball-Bundesligisten Borussia Dortmund war nicht zum Einsatz gekommen, City-Profi Sterling spielte von Beginn an.

Zudem wurden die englischen Spieler mehrfach mit Bier beworfen. Die Kicker der Three Lions blieben aber cool und liessen sich nicht provozieren. Im Gegenteil: Declan Rice und Jack Grealish genehmigten sich sogar einen Schluck aus einem der geworfenen Becher – oder taten zumindest so.

Sterling trifft für verstorbenen Freund

Eine spezielle Geschichte schrieb ausgerechnet Raheem Sterling. Der 26-Jährige erzielte den Treffer zum 1:0 und widmete diesen einem erst vor wenigen Tagen verstorbenen Freund. Nach weiteren Toren von Harry Kane, Harry Maguire und Declan Rice sicherte sich England am Schluss den vierten Sieg im vierten Quali-Spiel. Kapitän Kane sagte im TV-Sender ITV, er habe die Rufe nicht wahrgenommen. «Ich werde mit den Jungs sprechen, ob sie es gehört haben.» Falls es rassistische Beleidigungen gegeben habe, hoffe er auf eine konsequente Reaktion der Uefa.

Auf Twitter fallen die Reaktionen schon einmal deutlich aus – viele fordern Massnahmen: Ungarn-Fans sollte zum Beispiel der Zugang zum Stadion für zwei Spiele verboten werden.

Die England-Spieler werden gelobt, in der Situation einen kühlen Kopf bewahrt zu haben.

«Kein Platz für Rassismus», sagt ein Fan-Club des FC Sunderland.

Ungarn war wegen diskriminierenden Verhaltens seiner Fans bei den EM-Spielen im Sommer dazu verurteilt worden, seine nächsten zwei Uefa-Heimpflichtspiele ohne Zuschauerinnen und Zuschauer auszutragen. Damals waren unter anderem französische Spieler rassistisch beschimpft worden. Die Partie in der WM-Qualifikation gehört jedoch zu einem Wettbewerb des Weltverbands Fifa, weshalb Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen waren.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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(DPA/roy/law)

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