Vor dem Angriff: England will «nicht im Abseits stehen»
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Vor dem AngriffEngland will «nicht im Abseits stehen»

David Cameron und Barack Obama telefonierten wegen der Lage in Syrien. Derweil hat sich Deutschland wegen eines möglichen militärischen Einsatzes mit Iran kurzgeschlossen.

von
gux
«Nicht im Abseits stehen»: Englands Premier Cameron spricht Klartext.

«Nicht im Abseits stehen»: Englands Premier Cameron spricht Klartext.

US-Präsident Barack Obama und Grossbritanniens Premierminister David Cameron haben am Abend telefonisch über die Lage in Syrien beraten, wie eine Sprecherin des Weissen Hauses bestätigte. Beide Staatschefs hätten über mögliche Reaktionen auf den «wahllosen» Einsatz von Chemiewaffen in Syrien gesprochen, hiess es in einer Mitteilung des US-Präsidialamtes. In den kommenden Tagen wollten sie enge Rücksprache halten.

Der britische Premier will heute das Parlament zu einem möglichen Einsatz in Syrien debattieren lassen. Gegenüber dem TV-Sender «Sky News» sagte Cameron gestern Abend, dass es bei einer Intervention in Syrien nicht «um den Konflikt selbst geht, sondern darum, dass irgendein Regime erneut chemische Waffen einsetzen kann».

Noch sei keine Entscheidung über eine britische Beteiligung in Syrien gefallen. «Dies ist eine sich entwickelnde Situation, Entscheidungen wurden keine gefällt, aber wir sollten nicht im Abseits stehen bei solch einem massiven Einsatz chemischer Waffen und bei einem solchen Ausmass von Leid», so Cameron. «Lasst mich euch sagen: Es gibt keine hunderprozentige Sicherheit, es wird nie eine oder mehrere Informationen der Nachrichtendienste geben, damit wir uns absolut sicher sein können.»

Iran und Deutschland

Auch die Aussenminister Deutschlands und Irans, Guido Westerwelle und Mohammed Dschawad Sarif, diskutierten nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA einen eventuellen westlichen Militäreinsatz in Syrien.

«Es sollten keine überstürzten Entscheidungen getroffen werden, da die Konsequenzen die Lage in der ganzen Region nur noch verschlimmern würden», sagte Sarif seinem deutschen Amtskollegen am Telefon am Dienstagabend. Nur eine besonnene Diplomatie könne jetzt die Region vor einer Spirale der Gewalt bewahren, so Sarif.

Biden ist sich sicher

Als bislang ranghöchster Politiker seines Landes machte am Dienstag US-Vizepräsident Joe Biden die syrische Führung für den mutmasslichen Giftgaseinsatz vor einer Woche verantwortlich. «Es gibt keinen Zweifel daran, wer verantwortlich ist für diesen abscheulichen Gebrauch chemischer Waffen in Syrien - das syrische Regime.»

«Der Präsident denkt und ich denke, dass diejenigen, die chemische Waffen gegen wehrlose Männer, Frauen und Kinder einsetzen, dafür zur Rechenschaft gezogen werden sollten und müssen», sagte Biden bei einer Veranstaltung einer Veteranenvereinigung in Houston im US-Bundesstaat Texas.

David Cameron nimmt auf Sky News Stellung

(Quelle: YouTube/gmshadowtraders) (gux/sda)

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