Aktualisiert 23.06.2015 14:18

FC BaselEnglisch und GPS-BHs haben ausgedient

Paulo Sousa war gestern. Englisch war gestern. Unter Urs Fischer wird beim FC Basel wieder Mundart gesprochen. Auch die GPS-BHs wurden ausrangiert.

von
E. Tedesco

Der FC Basel startet mit Trainer Urs Fischer in die Vorbereitung zur Saison 2015/16. (Video: 20 Minuten)

«Ich bin froh, dass es endlich losgegangen ist«, sagt Urs Fischer nach seinem ersten Training beim FC Basel. Endlich? Gemeint sind die vielen Termine, die den Zürcher in den vier Tagen seit dem Amtsantritt auf Trab hielten und nicht etwa die Sommerferien der Fussballer. Seit dem verlorenen Cupfinal gegen Sion sind erst 15 Tage vergangen.

Und es ist einiges los beim Start in die Vorbereitung für die Saison 2015/16. Rund 100 Zuschauer finden sich am Montagmorgen auf den Trainingsplätzen hinter dem Joggeli ein. Endlich kann man die Stars wieder beim Trainieren beobachten, nachdem Paulo Sousa die Öffentlichkeit in der vergangenen Saison ausgeschlossen hatte.

Wo man hinsieht Aufbruchstimmung, nicht nur bei den Fans. «Easy», sagt Präsident Bernhard Heusler, der entspannt mit seinem Vize Adrian Knup und Sportchef Georg Heitz das Training verfolgt. Der FCB-Boss ist erleichtert, dass die hektischen Tage vorbei sind und «endlich wieder über Fussball geredet wird».

Neulinge, Rückkehrer und andere

Nicht nur die Nähe zu den FCB-Profis wird genossen. Auch, dass wieder Deutsch gesprochen wird beim Schweizer Meister. «Es wird Mundart gesprochen im Training», sagt der neue FCB-Trainer. Er werde seine Ansprachen auf Mundart – mit einem Bruchteil Englisch – halten. Und allen Skeptikern im rotblauen Team zum Trotz sagt Fischer: «Die Verständigung hat einwandfrei geklappt. Fussball ist eine einfache Sprache.»

Fischer startete mit 23 Spielern, darunter acht aus dem eigenen Nachwuchs, die vorerst das ausgedünnte Kader ergänzen. Die Nationalspieler, die bis Mitte Juni im Einsatz waren, können noch einige freie Tage geniessen und kommen erst zurück, wenn es am Samstag ins Trainingslager an den Tegernsee geht. Das sind: Tomas Vaclik, Marek Suchy (beide Tschechien) und Mohamed Elneny (Ägypten). Derlis Gonzalez spielt mit Paraguay noch an der Copa America. Zudem fehlen noch die Schweizer Internationalen Michael Lang, Breel Embolo und Fabian Frei.

Marco Walker statt GPS

Bei Frei muss man allerdings damit rechnen, dass er gar nicht mehr zurückkehrt, sondern in die Bundesliga (Mainz, Bremen oder HSV) abwandert. Nicht mehr da ist Ahmed Hamoudi, für den der FCB keine Verwendung mehr hat. Auch Giovanni Sio (zuletzt auf Leihbasis bei Bastia) sieht sich weiter in Frankreich um (Montpellier, Nantes?). Der Verbleib von Rückkehrer Gaston Sauro, der an Catania ausgeliehen war, ist eher unwahrscheinlich. Dafür sind mit Defensivspieler Daniel Hoegh und Manuel Akanji zwei neue Gesichter auszumachen.

Im ersten Training sind auch keine GPS-BHs zu sehen. Stattdessen ersetzt Kondi-Trainer Marco Walker das Hightech-Spielzeug, das unter Sousa omnipräsent war. Walker war schon unter Thorsten Fink, Heiko Vogel und Murat Yakin Assistenz-Trainer, wurde aber als Talentscout in den Nachwuchs beordert, nachdem der Portugiese mit seinem eigenen Staff das Kommando übernommen hatte.

«Es war mehr ein Kennenlernen», sagt Fischer nach dem ersten Training. «Ich muss herausfinden, wie die Spieler ticken und die Mannschaft muss verstehen lernen, wie der Trainer tickt. Aber ich bin rundum glücklich. Das erste Training habe ich nun hinter mir und freue mich auf das zweite.»

Neuer Anlauf für Simic

Schon in Basel, aber noch nicht im Training ist Veljko Simic. Der talentierte serbische Mittelfeldspieler musste letzten Sommer Basel wieder verlassen, weil ihm die gültigen Arbeitspapiere verweigert worden waren. Der 20-Jährige war deshalb für ein Jahr an Domzale in Slowenien ausgeliehen worden. «Simic darf noch nicht trainieren, da die Arbeitserlaubnis noch nicht vorliegt», sagt Sport-Direktor Geotg Heitz. Diese sei allerdings beantragt und sollte nun «zeitnah» erteilt werden.

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