Yayagram - Enkel baut Oma (96) analogen Telegram Messenger
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Analoger MessengerEnkel baut Oma (96) Apparat, damit sie Telegram nutzen kann

Damit die 96-jährige Felisa Romano Martin mit ihren Enkelkindern einfach chatten kann, hat ein Spanier eine geniale Maschine gebaut: das Yayagram. Auf Twitter erhält er viel Lob dafür.

von
Tobias Bolzern
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Das ist das Yayagram von Manuel Lucio Dallo.

Das ist das Yayagram von Manuel Lucio Dallo.

Twitter/@mrcatacroquer
Seine 96-jährige Oma, Felisa Romano Martin, kann damit Sprachnachrichten an die Enkelkinder verschicken. 

Seine 96-jährige Oma, Felisa Romano Martin, kann damit Sprachnachrichten an die Enkelkinder verschicken.

Twitter/@mrcatacroquer
Diese erscheinen als ganz normale Sprachnachrichten im Messenger Telegram auf deren Handy.

Diese erscheinen als ganz normale Sprachnachrichten im Messenger Telegram auf deren Handy.

Twitter/@mrcatacroquer

Darum gehts

  • Der Spanier Manuel Lucio Dallo hat seiner Oma ein Yayagram gebaut.

  • Der Name setzt sich aus Yaya (Slang für Oma) und Telegram zusammen.

  • Damit kann die 96-jährige Grossmutter mit den Enkelkindern chatten.

Ältere Menschen und Technik sind nicht immer ein Match. Manche Grosis und Opas haben schon Mühe, wenn sie einen Touchscreen bedienen müssen. So geht es auch der 96-jährigen Felisa Romano Martin, Grossmutter von Manuel Lucio Dallo, die zusammen mit seinen Eltern in der spanischen Stadt Burgos lebt.

Der Enkel hat darum nach einer Lösung gesucht, damit seine Grossmutter auf einfache Weise mit den Enkeln und Enkelinnen Kontakt halten kann. «Die meisten leben ausserhalb von Burgos und können die Grossmutter wegen den Covid-Einschränkungen nicht besuchen», sagt Dallo zu Theverge.com. Zudem sei sein Grosi leider schwerhörig, was Anrufe oder Videochats für sie umständlich macht.

Wählen wie früher

Er hat seine Oma darum ein sogenanntes Yayagram gebaut. Der Name setzt sich aus den Begriffen Yaya, einem liebevollen Slangausdruck für Grossmutter, und Telegram zusammen. Mit dem Yayagram kann die 96-jährige Frau jetzt selbstständig und unkompliziert Sprachnachrichten an ihre Enkelinnen und Enkel verschicken.

Um zu wählen, wohin die Nachricht geht, muss erst ein Klinkenstecker in den entsprechenden Anschluss mit dem gewünschten Enkelkind gestöpselt werden. «Ähnlich wie das früher bei der Telefon-Handvermittlung der Fall war», erklärt Dallo. Dann muss die Oma nur noch einen grossen, roten Knopf für die Aufnahme drücken und im Anschluss wird die Nachricht automatisch verschickt.

Gedruckte Chats

Bei den Empfängerinnen und Empfängern erscheint die Sprachnachricht wie jede andere direkt im Messenger. Für Telegram habe er sich entschieden, weil der Messenger offen ist – und er Facebook nicht möge, sagt Dallo. In einem Thread auf Twitter erklärt er, womit er den Apparat gebaut hat. Im Inneren steckt ein Mini-Computer Raspberry Pi. Die Bedienung hat Dallo, ein leitender Ingenieur bei der Softwarefirma Plastic SCM, mit Python programmiert. Auf Twitter erhält der Entwickler viel Lob für das Projekt: «Genial!», «Brillant! Genau das, was die Welt braucht: Mehr Yaya-Talk!»

Doch was, wenn die Enkelkinder die Oma kontaktieren wollen? Auch daran hat Dallo gedacht. Sie können der 96-jährigen zwar keine Sprachnachrichten schicken, aber reguläre Chats. Diese werden dann analog auf dem Yayagram mit einem Thermodrucker ausgegeben. Solche Printer kommen auch für Kassenzettel zum Einsatz. Dallo will bald eine einfache Anleitung veröffentlichen, damit andere ebenfalls ein Yayagram bauen können.

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