Aktualisiert 28.03.2014 08:34

Kriminalstatistik

«Enormes Angebot an Lifestyle-Drogen in Clubs»

Wer an Kokain oder Amphetamin kommen will, wird in Luzerner Nachtclubs problemlos fündig: Dies geht aus der Kriminalstatistik der Polizei hervor.

von
cza
Kokain und Amphetamin im Vormarsch: Die Luzerner Polizei stellt ein enormes Angebot an Lifestyle-Drogen im Luzerner Nachtleben fest.

Kokain und Amphetamin im Vormarsch: Die Luzerner Polizei stellt ein enormes Angebot an Lifestyle-Drogen im Luzerner Nachtleben fest.

«Das Angebot von Lifestyle-Drogen wie Kokain und Amphetamin in den Club-, Nacht- und Insiderlokalen ist enorm»: Diese Aussage ging bereits im letzten Jahr aus der Kriminalstatistik der Luzerner Polizei hervor – und auch in der am Donnerstag präsentierten 2013er-Ausgabe ist sie wieder zu finden.

Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, erläutert die Aussage in der Statistik: «Das sind Erkenntnisse aus Befragungen von Personen, die beim Drogenkonsum erwischt wurden.» Wigger weist darauf hin, dass die Drogen weniger in grossen Clubs zu kaufen seien, sondern eher in kleinen Insiderclubs und Bars.

Konsum von Kokain nimmt zu

Beim Verein Akzent Prävention und Suchttherapie ist man sich des Problems bewusst. Laut Mediensprecherin Rebekka Röllin kann man aber nicht davon ausgehen, dass enorm viel Kokain und Amphetamin konsumiert werde: «Nur etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung nehmen solche Drogen. Es gibt zwar Hinweise, dass der Konsum von Kokain steigt. Das ist aber kein Flächenbrand.»

Dennoch kämpft der Verein gegen Drogen in Clubs: Er begleitet aktuell ein Präventionsprojekt namens Safer Clubbing in der Region Luzern. Durch eine enge Zusammenarbeit mit elf Nachtclubs der Stadt sollen deren Mitarbeiter auf die Drogenproblematik sensibilisiert werden. Die Verantwortlichen erhoffen sich, das Nachtleben durch Safer Clubbing sicher zu machen und aktuellen Drogentrends entgegenzuwirken.

«Bei uns herrscht Nulltoleranz»

Philipp Waldis ist Geschäftsführer zweier Luzerner Clubs. Sowohl im Pravda als auch im Vegas - zwei der grössten Clubs der Stadt - seien Lifestyle-Drogen nicht an der Tagesordnung: «In unseren Clubs herrscht absolute Nulltoleranz. Wer Drogen konsumiert wird angezeigt. Es kann natürlich aber trotzdem vorkommen, dass wir jemanden nicht erwischen, der Drogen auf dem WC konsumiert.»

Im vergangenen Jahr hatten die Clubs von Waldis wenige Drogenfälle verzeichnet. «Ich denke, dies hängt damit zusammen, dass wir strikt gegen Drogen vorgehen und zudem an unseren kommerziellen Parties gar nicht das Publikum haben, das Drogen nimmt», so Waldis. Dass in seinen Clubs gedealt werde, bestreitet der Geschäftsführer.

Sind sie im Luzerner Nachtleben jemals mit Drogen in Berührung gekommen? Diskutieren sie mit in unserer Kommentarspalte.

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