Aktualisiert 16.03.2006 11:45

Enron-Chefs durch Zeugin schwer belastet

Im Prozess um die Milliardenpleite des US-Energieriesen Enron vor rund vier Jahren sagte die ehemalige Enron-Buchhalterin Sherron Watkins aus, Firmenchef Ken Lay habe auf ihre Betrugswarnungen hin nur eine «Scheinuntersuchung» gestartet.

Watkins war aufgefallen, dass der Konzern mit verdeckten Partnerschaften rund eine halbe Milliarde Dollar Verlust machte - das entsprach etwa der Hälfte des Enron-Gewinns 2001. In den Bilanzen tauchte das Minus aber nicht auf. Lay habe die Vorwürfe daraufhin zwar untersuchen lassen, aber von denselben Anwälten, die die dubiosen Beteiligungen mit verantwortet hatten.

Die texanischen Richter werfen den früheren Konzernchefs Lay und Jeffrey Skilling vor, die Milliardenverschuldung des vormals siebtgrössten US-Unternehmens bis kurz vor der Pleite im Dezember 2001 gezielt verschleiert zu haben. Lay droht eine Haftstrafe von bis zu 175 Jahren, Skilling bis zu 325 Jahre.

Zwei andere frühere Enron-Topmanager haben sich bereits schuldig bekannt und dienen der Staatsanwaltschaft als Zeugen gegen Lay und Skilling. Enron bescherte den USA die bislang zweitgrösste Firmenpleite ihrer Wirtschaftsgeschichte.

(sda)

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