Enten holen Stanley-Cup - und warten auf Hiller
Aktualisiert

Enten holen Stanley-Cup - und warten auf Hiller

Die Anaheim Ducks sind erstmals Stanley-Cup-Sieger geworden. Die «kalifornischen Enten» gewannen vor über 17 000 Zuschauern im Heimstadion das fünfte Finalspiel gegen die Ottawa Senators 6:2 und holten damit den vierten und entscheidenden Sieg.

Ottawa geriet im ersten Drittel durch Tore von Andy McDonald und Rob Niedermayer 0:2 in Rückstand. Trotz einer Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt und zwei Toren ihres Captains Daniel Alfredsson zum 1:2 und zum 2:3 konnten die Senators die Niederlage nicht abwenden; Travis Moen und François Beauchemin stellten den Zwei-Tore-Abstand jeweils wieder her. Das 5:2 von Scott Niedermayer zu Beginn des Schlussabschnitts leitete die Entscheidung ein, die Corey Perry mit dem 6:2 besiegelte.

Trotz der diesmal nicht berauschenden Vorstellung des Torhüters Ray Emery kam Martin Gerber bei Ottawa nicht zu seinem ersten Einsatz im diesjährigen Playoff. Der Emmentaler bleibt somit auf acht NHL-Playoff-Spielen sitzen, obschon er in den letzten vier Saisons mit drei verschiedenen Teams dreimal den Stanley-Cup-Final erreicht hatte. Vor vier Jahren kam Gerber mit Anaheim zweimal zum Zug und vor zwei Jahren sechsmal mit dem nachmaligen Champion Carolina Hurricanes.

Hiller zum Stanley-Cup-Sieger

In der abgelaufenen Saison blieb Gerber schon nach wenigen Spielen nur noch die Rolle des Ersatzmanns. 2005/06 war er in der Qualifikation noch die Nummer 1 der Carolina Hurricanes gewesen, wurde dann aber - auch krankheitsbedingt - vom NHL-Rookie Cam Ward verdrängt. 2002/03 war Gerber bei Anaheim die Nummer 2 hinter Jean-Sebastien Giguère, der die damaligen «Mighty Ducks» bis in den Final gegen New Jersey (3:4) geführt hatte und als «wertvollster Spieler» der Finalserie (MVP) geehrt wurde. Beim Team aus Anaheim, das auf eine erst 14-jährige NHL-Geschichte zurückblickt, steht in der kommenden Saison der Schweizer Nationaltorhüter Jonas Hiller unter Vertrag.

Gebrüder Niedermayer diesmal im gleichen Team

Der noch immer für Anaheim spielende Giguère erreichte zwar auch jetzt in der entscheidenden Phase seine Bestform, als MVP wurde aber dessen Mitspieler Scott Niedermayer ausgezeichnet. Niedermayer wurde zum vierten Mal Stanley-Cup-Sieger. «Dieses Mal ist es etwas ganz Besonderes», freute sich Anaheims Captain und wies darauf hin, dass auch sein um ein Jahr jüngerer Bruder Rob zum Team gehörte. Im Jahre 2003 waren sich die beiden im Final noch gegenüber gestanden; Scott siegte damals mit New Jersey gegen Anaheim mit Rob. Letztmals hatte mit Brent und Duane Sutter (New York Islanders) ein Brüderpaar den Stanley Cup geholt.

«Auf diesen Moment hatte ich so lange gewartet, das ist ein unglaubliches Gefühl», jubelte auch Anaheims Finne Teemu Selänne, der in seiner 14. NHL-Saison und knapp einen Monat vor seinem 37. Geburtstag endlich den Cup gewann, der erstmals nach Kalifornien ging.

National Hockey League. Playoff-Final (best of 7). 5. Spiel:

Anaheim Ducks - Ottawa Senators (ohne Gerber) 6:2;

Schlussstand 4:1. - Anaheim Stanley-Cup-Sieger. (si)

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