Toggenburger Katzen: Entführt und angeschossen

Aktualisiert

Toggenburger KatzenEntführt und angeschossen

Seit zwei Wochen verschwinden im Toggenburg Katzen, andere werden angeschossen. Tierschützer schlagen Alarm.

von
jeb
Dieses Tigerli wird im Toggenburg vermisst.

Dieses Tigerli wird im Toggenburg vermisst.

«Allein in Lichtensteig sind in den letzten vierzehn Tagen zehn Katzen verschwunden», so Heinz Brecht, Tierschutzbeauftragter in Wattwil, Lichtensteig und Ebnat-Kappel. «Die meisten waren getigert.» In der Region machen sich nun Tierbesitzer grosse Sorgen um ihre Stubentiger, schreibt das «Tagblatt» am Donnerstag.

Doch nicht nur in Lichtensteig sind auffallend viele Katzen verschwunden. Auch in Ebnat-Kappel und in Oberhelfenschwil fehlt von vier Katzen jede Spur. Brecht kann nur Vermutungen anstellen: Er glaubt, dass jemand die Katzen anlockt und einfängt.

Was danach mit den Tieren geschieht, ist ungewiss. Werden sie entsorgt, gegessen oder weiterverkauft? Oder macht gar jemand Rheumafelldecken aus den Tieren? Werden deshalb vor allem Tigerli vermisst, weil die schöner aussehen als einfarbige Felle? «Das Motiv bleibt unklar, aber Tatsache ist, dass eine solche Häufung in so kurzer Zeit ungewöhnlich ist», so der Tierschutzbeauftragte. «Und die Katzen bleiben verschollen. Wären sie angefahren worden, würden sie in der Tierkadaver-Sammelstelle wieder auftauchen.»

Angeschossen

Doch nicht nur verschwundene Katzen lösen bei Tierfreunden Besorgnis aus. Im Neckertal wurden zwei Tiere angeschossen, wie Tierärzte Brecht mitteilten. Auch hier ist der Täter unbekannt. Vermutet wird ein Katzenhasser oder Gartenbesitzer, der sich für Fäkalien im Gemüsebeet rächen will.

Brecht mahnt die Bevölkerung zur Vorsicht. Man solle darauf achten, ob jemand versucht Katzen anzulocken. Denn für ihn ist klar, dass jemand systematisch vorgeht. Und Katzen muss man anlocken, zum Beispiel mit Futter, damit man sie einfangen kann.

Chippen lohnt sich

Brecht rät allen Katzenhaltern, ihre Tiere zu chippen. Denn verläuft sich die Katze eines Tages und wird gefunden, kann ihr Besitzer einfach ermittelt werden. Auch wenn eine gechippte Katze überfahren wird, erfährt der Halter vom Tod des Tieres. Das sind zwar keine schönen Nachrichten, dafür hat man Gewissheit, was mit dem geliebten Tier geschehen ist.

Ausserdem lässt sich womöglich auch Geld sparen. Chippen kostetrund 50 Franken. Brecht: «Wenn eine Katze, die nicht mehr nach Hause findet, vorübergehend in einem Heim oder einer Auffangstation untergebracht werden muss, kommt das teurer als der Chip.»

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