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Entführter Ruben: Runder Tisch gescheitert

Die Vermittlungsbemühungen der Luzerner Regierungsrätin Yvonne Schärli im Falle des entführten fünfjährigen Ruben sind gescheitert.

Der Anwalt der Mutter und Entführerin hat alle weiteren Gespräche abgesagt.

Der runde Tisch sei gescheitert, es sei keine Lösung gefunden worden, teilte die Luzerner Staatskanzlei am Dienstagnachmittag mit. Zu einem zweiten Treffen sei es deshalb nicht gekommen.

Ziel der Gespräche war es, den Fall Ruben zu einem guten Ende zu bringen. Sie habe den Anwälten der beiden Parteien die Möglichkeit geben wollen, sich ausserhalb der Medien austauschen zu können, sagte Schärli auf Anfrage.

Materielle Vorschläge zur Lösung des Konfliktes gab es von Seiten des Kantons nicht. Sie habe kein Recht, sich in dieser Form einzumischen, sagte Schärli.

Bei einem ersten Treffen am 9. November war vereinbart worden, dass die beiden Seiten Vorschläge erarbeiteten. Das zweite, für Dienstag vorgesehene Treffen fand dann aber nicht statt, dies nachdem der Anwalt der Mutter sich nach Rücksprache mit seiner Klientin zurückgezogen hatte.

Rechtslage klar

Das Recht steht auf der Seite des in Italien lebenden Vaters. Zuletzt sprach das Bundesgericht das Sorgerecht dem Vater zu. Die Mutter, die ihren Sohn im Dezember 2003 aus Italien in die Schweiz entführt hat, wurde wiederholt zur Rückgabe des Kindes verpflichtet.

Der Vater, der im August in Rom mit einem Hungerstreik auf sich aufmerksam gemacht hat, wirft der Luzerner Polizei vor, zu wenig entschieden nach der Mutter und dem Kind zu suchen. Sie weise solche Vorwüfe entschieden zurück, sagte Schärli.

Sie sei überzeugt, dass die Strafuntersuchungsbehörden alles notwendige in diesem Fall unternehmen würden. Sie habe volles Vertrauen in die Arbeit der Behörden. Schärli wies zudem darauf hin, dass der Fall Ruben nur einer von vielen Entführungsfällen in der Schweiz sei.

(sda)

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