Aktualisiert 16.03.2006 16:07

Entführung des Hundwiler «Blochs»: Polizei ermittelt intensiv

Die Entführung des Hundwiler «Blochs» zum Fasnachts-Ende in der Nacht auf den Blochmontag ist bisher nicht geklärt.

Die Polizei ermittelt seit zehn Tagen intensiv, tappt aber noch immer im Dunkeln.

Man setze alles daran, diesen üblen Fasnachts-Scherz aufzuklären, sagte Polizeisprecher Willi Moesch am Donnerstag auf Anfrage. Es sei eine Strafanzeige wegen Sachentziehung eingegangen. Ausserdem drohe den «Entführern» eine Bestrafung wegen groben Unfugs.

Unbekannte hatten das Bloch, das beim Restaurant Mühle für den Umzug bereit stand, unbemerkt nach Appenzell transportiert und dort auf dem Landsgemeindeplatz abgestellt. Als die Knaben um 5 Uhr früh in Hundwil losmarschieren wollten, stellten sie fest, dass ihr Bloch verschwunden war.

Spuren im Schnee führten bis nach Zürchersmühle und verloren sich dort. Um 7.15 Uhr meldete die Innerrhoder Kantonspolizei, das Bloch stehe auf dem Landsgemeindeplatz im Zentrum von Appenzell. Es wurde dort abgeholt, und mit Verspätung konnten sich die Knaben doch noch auf den Weg machen.

Alter Fasnachtsbrauch

Die Polizei sprach von einem «sehr üblen Scherz». Der Blochmontag mit der Bloch-Fahrt habe eine sehr lange Tradition. Die Kinder, die das Bloch ziehen, und die sogenannten «Kässeli-Buben» freuten sich jeweils sehr auf diesen Tag.

Der Bloch ist ein eigenartiger Fasnachtsbrauch. Er findet am Montag nach Aschermittwoch in Hundwil, Stein, Schwellbrunn, in ungeraden Jahren auch in Urnäsch statt. In einem Umzug wird ein Baumstamm auf einem Wagen durch die Dörfer nach Herisau und zurück gezogen.

Auf dem Stamm sitzt ein Bub als Schmied verkleidet und hämmert auf einen Amboss. Mit einer Zange hält er Feuerwerk in den Ofen und lässt es krachen. Peitschenknallen, Kracher, aber auch das Klingeln der Geldbüchsen des «Käss» (Kässeli-Bub) begleiten akustisch den Bloch, der jeweils nach dem Umzug versteigert wird.

(sda)

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