Ukraine-Krieg: Entlarvt abgehörtes Gespräch russische Himars-Lüge?

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Ukraine-KriegEntlarvt abgehörtes Gespräch russische Himars-Lüge?

Bei einem Angriff auf ein Lager mit ukrainischen Kriegsgefangenen starben mehr als 50 Menschen. Beide Länder geben sich gegenseitig die Schuld. Jetzt ist ein abgehörtes Gespräch aufgetaucht.

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Beim Angriff starben gemäss ukrainischen Angaben über 50 Menschen.

Beim Angriff starben gemäss ukrainischen Angaben über 50 Menschen.

AFP
Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte Bilder von angeblichen Fragmenten einer Himars-Rakete.

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte Bilder von angeblichen Fragmenten einer Himars-Rakete.

REUTERS
Beide Länder geben sich gegenseitig die Schuld am Angriff.

Beide Länder geben sich gegenseitig die Schuld am Angriff.

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Darum gehts

  • Russland wirft der Ukraine vor, ein Gefängnis mit ukrainischen Kriegsgefangenen beschossen zu haben.

  • Beim Angriff starben über 50 Menschen.

  • Ein abgehörtes Gespräch von pro-russischen Separatisten könnte nun Aufschluss ergeben.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Tötung Dutzender Kriegsgefangener in einem Lager in Oleniwka verurteilt und Russland dafür verantwortlich gemacht. «Dies ist eine weitere Bestätigung, dass Russland ein Terrorstaat ist», sagte Selenski am Freitagabend einer Mitteilung in seinem Kanal im Nachrichtendienst Telegram zufolge.

Es handele sich um ein «absichtliches Kriegsverbrechen», für das es «Vergeltung» geben werde, sagte er später noch in seiner abendlichen Videobotschaft. «Es gibt ausreichend Beweise, dass dies ein geplantes Verbrechen war.» Mehr als 50 ukrainische Verteidiger seien auf zynische Weise ermordet worden.

Pro-russische Separatisten sprechen am Telefon über Angriff

Russland wiederum gab der Ukraine die Schuld an dem Angriff. Demnach soll das Gebäude mit den Gefangenen mit einem von den USA gelieferten Mehrfachraketenwerfer vom US-Typ Himars beschossen worden sein.

Ein abgehörtes Gespräch zweier pro-russischer Separatisten könnte nun Licht ins Dunkel bringen. In dem von der «New York Times» veröffentlichten Gespräch sprechen die Soldaten über die Explosion im Lager. Keiner der Soldaten habe eine Rakete gehört, bevor es in dem Gefängnis zur Explosion kam. Sie gehen davon aus, dass der Angriff von der russischen Seite stammt. Die Tonaufnahmen konnten laut «New York Times» nicht unabhängig verifiziert werden.

Auch Asow-Kämpfer ums Leben gekommen

Medien zeigten Bilder von einem ausgebrannten Schlafsaal mit Leichen. Auch vor dem Gebäude, das Einschlaglöcher aufwies, lagen viele mit Planen abgedeckte Körper. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow verglich die Tat von Oleniwka mit dem Massaker sowjetischer Soldaten in Katyn, die dort im Zweiten Weltkrieg 1940 Tausende polnische Gefangene erschossen und in Massengräbern verscharrt hatten. Russland sei ein Terrorstaat, der auf dem Schlachtfeld besiegt werden müsse, schrieb der Minister im Kurznachrichtendienst Twitter.

Nach russischen Angaben waren in Oleniwka in der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Region ukrainische Kriegsgefangene inhaftiert, unter ihnen Mitglieder des Asow-Regiments

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(DPA/fur)

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