Impfpflicht : Flugpersonal «missbräuchlich gekündigt» - Verein zieht Swiss vor Gericht

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Impfpflicht Flugpersonal «missbräuchlich gekündigt» - Verein zieht Swiss vor Gericht

Rund 150 Swiss-Angestellte wurden während der Corona-Pandemie entlassen, weil sie sich nicht haben impfen lassen. Ein Verein geht nun rechtlich gegen ihren früheren Arbeitgeber vor.

von
Karin Leuthold
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Im Herbst 2021 waren rund 150 Mitarbeitende bei der Swiss entlassen worden, weil sie sich weigerten, sich gegen Covid-19 zu impfen. Nun hat ein Verein für sie Klage eingereicht. (Symbolbild)

Im Herbst 2021 waren rund 150 Mitarbeitende bei der Swiss entlassen worden, weil sie sich weigerten, sich gegen Covid-19 zu impfen. Nun hat ein Verein für sie Klage eingereicht. (Symbolbild)

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Der Verein «Airliners for Humanity» klagt stellvertretend für die entlassenen Swiss-Mitarbeitenden wegen «ungerechtfertigter und missbräuchlicher Kündigung». (Symbolbild)

Der Verein «Airliners for Humanity» klagt stellvertretend für die entlassenen Swiss-Mitarbeitenden wegen «ungerechtfertigter und missbräuchlicher Kündigung». (Symbolbild)

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Darum gehts

  • Ein Verein reicht eine Klage gegen die Swiss ein.

  • «Airliners for Humanity» setzt sich für das entlassene Kabinenpersonal ein.

  • Eine weitere Klage ist im Anmarsch.

Ehemalige Flight-Attendants ziehen gegen die Swiss vor Gericht. Am 13. Januar 2023 reichte «Airliners for Humanity» eine Klage ein, wie der «Blick» berichtet. Dahinter stehe eine «Gruppe von geimpften, ungeimpften, geboosterten, genesenen und leider inzwischen auch bereits gekündigten Mitarbeitenden», wie es auf der Website der Organisation heisst.

Im Herbst 2021 hatte die Schweizer Airline eine Impfpflicht für das fliegende Personal eingeführt. Trotz akuten Personalmangels wurden rund 150 ungeimpfte Mitarbeitende daraufhin entlassen – Piloten, Pilotinnen und Flight-Attendants. Eine Wiedereinstellung stand trotz Engpässen für die Swiss ausser Diskussion. «Die Impfung bietet unverändert den besten Schutz vor schweren Erkrankungsverläufen und entspricht immer noch den Empfehlungen der relevanten Fachbehörden», begründete ein Sprecher letzten Sommer den Entscheid.

Ein Urteil wird Ende Jahr erwartet

Wer hinter dem Verein stecke, sei unklar, schreibt der «Blick» weiter. Auf Twitter beschreibt er sich als «Verein zur Erhaltung der Flugsicherheit und der Arbeitsplätze». Unklar ist auch, wie viele betroffene Ex-Swiss-Angestellte der Verein vertritt.

«Airliners for Humanity» klagt stellvertretend für die entlassenen Swiss-Mitarbeitenden wegen «ungerechtfertigter und missbräuchlicher Kündigung, gestützt auf Art. 336a Abs. 2 OR». Die Klage umfasse rund 50 Seiten und werde durch mehrere Hundert Seiten Beilagen ergänzt, so der Verein. Doch damit nicht genug: Der Verein wolle zudem in wenigen Wochen eine weitere Klage im Namen der Piloten und Pilotinnen einreichen, diese befinde sich in der finalen Ausarbeitung.

In seinem Telegram-Kanal fragt sich «Airliners for Humanity», ob das Flugpersonal der Swiss 2021 etwa «mit falschen Argumenten zu der Covid-19-Impfung gedrängt» wurde. Laut dem Verein sagte inzwischen Christoph Berger von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF), dass «wir die Übertragung mit der Impfung nicht beeinflussen können». Das sei aber der massgebliche Grund gewesen, «weshalb vor über einem Jahr Menschen aus dem sozialen Leben ausgeschlossen wurden oder sogar ihren Arbeitsplatz verloren haben».

«Airliners for Humanity» rechnet damit, dass die Hauptverhandlung für die erste Klage im Spätsommer oder Herbst vor Gericht stattfinden wird. Bis Ende 2023 soll ein erstinstanzliches und rechtskräftiges Urteil gefällt worden sein.

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