Shutdown-Lockerungen: Diese Kantone wollen, dass Restaurants früher öffnen können
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Shutdown-LockerungenDiese Kantone wollen, dass Restaurants früher öffnen können

Der Bundesrat will, vor den Lockerungs-Entscheiden vom Mittwoch, die Meinung der Kantone hören. Diese äussern sich auch kritisch und fordern insbesondere schnellere Öffnungen im Gastro-Bereich.

von
Lucas Orellano
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Gastrobetriebe müssen vorerst geschlossen bleiben.

Gastrobetriebe müssen vorerst geschlossen bleiben.

Adrian Moser
Dass Restaurants, Kinos und Theater weiterhin zu sein sollen, stösst vielen Kantonen sauer auf. Sie wollen vorher aufmachen.

Dass Restaurants, Kinos und Theater weiterhin zu sein sollen, stösst vielen Kantonen sauer auf. Sie wollen vorher aufmachen.

20 Minuten 
Bundesrat Alain Berset ist nicht erfreut über das Vorpreschen der Kantone.
Esther Michel

Bundesrat Alain Berset ist nicht erfreut über das Vorpreschen der Kantone.
Esther Michel

Darum gehts

  • Die definitiven Lockerungs-Entscheide fallen am Mittwoch. Zuvor läuft noch eine Vernehmlassung bei den Kantonen.

  • Mehrere fordern eine schnellere Öffnung der Gastro-Betriebe und die Abwandlung der Personenlimits für Indoor-Anlässe.

  • Viele wollen auch die Alterslimits für Sport im Inneren auf 20 oder 25 Jahre anheben.

Der Bundesrat beschliesst am Mittwoch definitiv, wie in den nächsten Wochen und Monaten geöffnet wird. Der Exit-Plan sieht derzeit folgendermassen aus.

Ab 1. März:

  • Private Anlässe (bis zu 15 Personen) im Freien.

  • Sport und kulturelle Veranstaltungen für unter 18-Jährige.

  • Öffnung von: Läden, Museen, Bibliotheken, Outdoor-Bereiche von Zoos, verschiedene Sportanlagen.

Ab 1. April (Bei günstiger epidemiologischer Lage):

  • Kultur- und Sportveranstaltungen mit Publikum in engem Rahmen.

  • Sport in Innenräumen.

  • Öffnung von Restaurant-Terrassen.

Derzeit liegt der Ball bei den Kantonen. Sie können sich gegenüber dem Bundesrat zu den geplanten Lockerungsschritten äussern. Diverse haben das bereits getan.

Die meisten Kantone stellen sich hinter die Vorschläge des Bundesrats, drängen aber vor allem im Gastro-Bereich auf frühere Öffnungen. Hier die drei häufigsten Forderungen.

Aufhebung oder Abwandlung der 5-Personen-Regel im Innenbereich: St. Gallen, Uri, Thurgau, Nidwalden.

Frühere Öffnung der Aussenbereiche von Gastro-Betrieben: St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Uri, Graubünden, Thurgau, Nidwalden.

Anhebung der Altersgrenze für Sport im Innenbereich: St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Uri, Thurgau, Tessin.

Im Folgenden alle Infos zu den Vorschlägen der Kantone und wo sie weiter oder weniger weit gehen wollen als der Bundesrat.

Kanton Nidwalden

Ab 1. März:

  • Vollständige Öffnung der Gastronomiebetriebe – oder zumindest der Aussenbereiche.

  • Bei sportlichen Aktivitäten von volljährigen Personen sollen, wie bei Menschenansammlungen und privaten Anlässen, neu maximal 15 Personen zulässig sein.

  • Homeoffice-Pflicht soll wieder in eine Empfehlung umgewandelt werden.

Ab 1. April (Bei günstiger epidemiologischer Lage):

  • Fitnesscenter sollen unter Einhaltung der Schutzkonzepte wieder vollständig öffnen können.

St. Gallen

Ab 1. März:

  • Generelle Öffnung der Aussenbereiche von Gastronomiebetrieben, auch in Skigebieten.

  • 10-Personen-Regel bei privaten Veranstaltungen im Innenbereich. Im Moment gilt die 5-Personen-Regel.

  • Anhebung der Altersgrenze für Sport und Kultur von 18 auf 25 Jahre.

  • Keine strengeren Vorschriften für Läden und Einkaufszentren als direkt vor dem Lockdown.

  • Die Läden sollen zudem die Öffnungszeiten ausdehnen dürfen, um die Kundenströme besser zu verteilen.

  • Zoos und Tierpaks sollen auch ihre Innenbereiche öffnen dürfen.

  • Die Homeoffice-Pflicht soll zur Empfehlung zurückgestuft werden.

Ab 1. April (Bei günstiger epidemiologischer Lage):

  • Restaurants sollen auch im Innenbereich wieder öffnen.

  • Kinos, Theater und Konzertsäle sollen mit eigenen Schutzkonzepten öffnen.

  • Rückkehr zum Präsenzunterricht auf Tertiärstufe ab spätestens 12. April.

  • Lockerung der Quarantäneregeln an der Grenze.

Appenzell Ausserrhoden

Ab 1. März:

  • Öffnung der Aussenbereiche der Restaurants (ohne Bars und Clubs).

  • Gruppengrösse für Sport und Kultur im Aussenbereich auf 15 Personen anheben.

  • Anhebung der Altersgrenze für Sport und Kultur von 18 auf 20 Jahre.

  • Sport in Innenräumen für Gruppen bis 5 Personen

Ab 1. April (Bei günstiger epidemiologischer Lage):

  • Vollständige Öffnung aller Restaurants.

Uri

Ab 1. März:

  • Mindestens Öffnung der Aussenbereiche in der Gastronomie.

  • Kinder sollen nicht mehr beim Errechnen der Gruppengrösse zählen.

  • Anhebung der Altersgrenze für Sport von 18 auf 20 Jahre.

  • Umwandlung der Homeoffice-Pflicht in eine Empfehlung.

Ab 1. April (Bei günstiger epidemiologischer Lage):

  • Impfquote soll als Kriterium mitberücksichtigt werden.

  • Ausnahmen für religiöse Veranstaltungen im Hinblick auf kirchliche Festtage.

Graubünden

Ab 1. März:

  • Kantone mit gutem Monitoring sollen schneller lockern dürfen.

  • Öffnung der Aussenbereiche von Restaurants oder mindestens Sitzen in Takeaways.

  • Öffnung von Museen, Kinos, Theatern.

Aargau

Ab 1. März:

  • Keine Öffnung der Aussenbereiche von Restaurants ohne Öffnung der Innenbereiche.

  • Öffnung der Restaurants in Pflegeheimen wenn die Bewohner geimpft sind.

  • Der Bundesrat soll ein Worst-Case-Szenario vorbereiten, falls sich die Situation wieder verschlechtert.

Ab 1. April (Bei günstiger epidemiologischer Lage):

  • Gastronomiebetriebe sollen wieder öffnen dürfen

  • Kulturelle Veranstaltungen sollen wieder durchgeführt werden.

Thurgau

Ab 1. März:

  • Aussenbereiche von Restaurants sollen geöffnet werden.

  • Private Veranstaltungen im Innenbereich mit mehr als 5 Personen (wenn nur zwei Haushalte).

  • Erhöhung der Gruppengrösse für kulturelle und sportliche Aktivitäten im Aussenbereich.

  • Anhebung der Altersgrenze für Sport und Kultur von 18 auf 20 Jahre.

  • Sport im Innenbereich für Gruppen unter 5 Personen

Ab 1. April (Bei günstiger epidemiologischer Lage):

  • Innenbereiche von Restaurants sollen geöffnet werden.

Tessin

Ab 1. März:

  • Private Anlässe (bis zu 15 Personen) im Freien.

  • Öffnung von: Läden, Museen, Bibliotheken, Outdoor-Bereiche von Zoos, verschiedene Sportanlagen.

  • Sport und kulturelle Veranstaltungen für unter 20-Jährige.

  • Amateursport im Freien für bis zu 15 Personen.

Ab 22. März (Bei günstiger epidemiologischer Lage):

  • Öffnung von Restaurants und Bars zumindest tagsüber.

  • Öffnung von Kinos, Theatern, Indoor-Sportanlagen (mit Kapazitätsbeschränkungen).

  • Verzicht auf Durchführung von Sport- und Kulturveranstaltungen mit Publikum.

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