Aktualisiert 10.10.2003 13:57

Entscheid über Bryant-Gerichtsverfahren verschoben

Es bleibt ungewiss, ob dem US-Basketballstar Kobe Bryant in den USA wegen Vergewaltigung der Prozess gemacht wird.

In der vorgerichtlichen Anhörung bezweifelte die Verteidigung, dass die Verletzungen des Opfers von Bryant stammen.

Die vorgerichtliche Anhörung soll am Mittwoch kommender Woche fortgesetzt werden, teilte das Gericht in Eagle im US-Bundesstaat Colorado mit. Experten zweifeln nicht daran, dass es zum Prozess kommen wird. Im Falle einer Verurteilung droht Bryant eine lebenslange Haftstrafe.

Erstmals Vorwürfe

In der nun unterbrochenen Anhörung hatte der Chefermittler, Sheriff Doug Winters, erstmals die Vorwürfe gegen den 25-Jährigen Sportstar präsentiert. Demnach soll Bryant am 30. Juni eine 19- jährige Angestellte eines Luxushotels vergewaltigt haben. Der Basketballer betonte dagegen, die Frau habe dem Sex zugestimmt.

Nach Winters Angaben hatte die 19-Jährige vor der Polizei eingeräumt, mit Bryant geflirtet und ihn geküsst zu haben. Als der Sportler jedoch begonnen habe, sie zu begrapschen und zu bedrängen, habe sie gehen wollen. Bryant habe sich ihr in den Weg gestellt, sie am Hals gepackt und vergewaltigt.

Winters sagte, die Frau sei anschliessend wegen Abschürfungen am Hals und im Genitalbereich behandelt worden. Ärzte hätten bestätigt, dass die Wunden auf Gewaltakte hinwiesen und nicht auf Liebesspiele im beiderseitigen Einvernehmen. Auf der Innenseite von Bryants T-Shirt seien Blutspuren des Mädchens nachgewiesen worden.

Als Bryants Anwältin den Ermittler fragte, ob er abgeklärt habe, ob diese Wunden auch von Sex mit drei verschiedenen Männern in drei Tagen hätten stammen können, legte die Staatsanwaltschaft Einspruch ein. Darauf vertagte der Richter die Anhörung.

Verhafteter Schweizer

Der Fall hat in der Schweiz besondere Beachtung gefunden, weil ein Schweizer Kobe Bryant angeboten haben soll, die Klägerin umzubringen. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 31-Jährigen Anklage wegen seines Angebots zum Mord erhoben. Ihm droht eine Strafe von bis zu neun Jahren und acht Monaten. (sda)

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