Jubiläums-Gate: «Entschuldigung des FCB ist peinliche Tragödie»
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Jubiläums-Gate«Entschuldigung des FCB ist peinliche Tragödie»

Der FC Basel stellte die Frauen-Mannschaft anlässlich seines 125. Jubiläums ins zweite Glied zurück. Mit einer Art Entschuldigung tritt der Verein nun erneut in ein Fettnäpfchen.

von
jd
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Die FCB-Spielerinnen durften den 125. Geburtstag des Vereins nicht feiern. Während ihre männlichen Kollegen das Jubiläum zelebrierten, mussten die Frauen Lose verkaufen. Dies sorgte weltweit für Kritik. Der FC Basel bat nun um Verzeihung. Doch die entschuldigenden Worte stossen manchen sauer auf.

Die FCB-Spielerinnen durften den 125. Geburtstag des Vereins nicht feiern. Während ihre männlichen Kollegen das Jubiläum zelebrierten, mussten die Frauen Lose verkaufen. Dies sorgte weltweit für Kritik. Der FC Basel bat nun um Verzeihung. Doch die entschuldigenden Worte stossen manchen sauer auf.

Sacha Grossenbacher/ FCB
Die Stars im Rampenlicht: Für die 1. Mannschaft hatte es nicht nur Platz auf der Showbühne.

Die Stars im Rampenlicht: Für die 1. Mannschaft hatte es nicht nur Platz auf der Showbühne.

Benno Hunziker
Den Profis wurde am gedeckten Tisch auch ein Dreigänger serviert. Die erfolgreichen NLA-Damen hingegen mussten zahlenden Gästen der Gala Platz machen.

Den Profis wurde am gedeckten Tisch auch ein Dreigänger serviert. Die erfolgreichen NLA-Damen hingegen mussten zahlenden Gästen der Gala Platz machen.

Benno Hunziker

Die Demütigung der FCB-Frauen sorgte für negative Schlagzeilen rund um den Globus: Während die Herren den 125. Geburtstag des Klubs zelebrierten, wurde die Frauen-Equipe dazu verdonnert, Lose zu verkaufen. Statt eines Gala-Menüs gab für sie Sandwiches.

Nach dem Gleichstellungs-Debakel meldete sich nun FCB-Manager Roland Heri zu Wort. «Sicher ist es nicht toll von mir und meinem Team, dass wir zu wenig gut antizipiert haben, dass eine solche Geschichte am Schluss einen Schaden auf unseren Club wirft und leider unsere Arbeit, die wir für den Frauenfussball leisten, in ein schlechtes Licht rückt», sagte er in einem Radio-Interview mit dem «Regionaljournal» von SRF.

Keine richtige Entschuldigung?

Heris Worte ecken nun erneut an. Von vielen Kommentatoren wird eine «echte Entschuldigung» vermisst. Es sei eine «wahre Tragödie», dass der Manager die Peinlichkeit der ganzen Aktion nicht begreife, schreibt etwa Daniel Flückiger. «Das wahre Problem ist doch nicht der ‹Antizipationsfehler›, die schädliche Presse nicht vorausgesehen zu haben. Sondern, dass man die Frauenmannschaft als Stewardessen durch die noble Männerwelt jagt», bringt Flückiger seinen Ärger auf den Punkt.

Fussball-Fan und Nationalrätin (SP) Silvia Schenker hält die «ungeschickte» Aussage des FCB-Managers für eine verpasste Chance, sich korrekt zu entschuldigen. «Es scheint, dass Roland Heri nicht einsieht, dass es ein Fehler war, die Frauen-Mannschaft nicht einzuladen. Er bedauert lediglich den darauffolgenden Wirbel und das dieser nicht einkalkuliert wurde», so Schenker.

Frauen und FCB-Mitarbeiter dürfen nächstes Jahr feiern

Nebst der umstrittenen Entschuldigung hält der FCB-Manager dem Fauxpas entgegen, dass nächstes Jahr ein zweites Fest stattfinden soll. Nebst den Spielerinnen sollen dann auch alle Mitarbeiter des Vereins, die nicht Teil der diesjährigen Feier waren, eine Einladung erhalten.

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