Aktualisiert

TessinEntsorgungsgebühr für Hunde sorgt für Wirbel

Das bringt Tessiner Hundehalter auf die Palme: Sie sollen für Bello & Co. vorsorglich eine Gebühr für deren Verbrennung bezahlen. Auch Hündeler aus der Deutschschweiz sind entsetzt.

von
Clarissa Rohrbach/Markus Fehlmann

Im Juni wurden Tessiner Hundehalter vom Kanton schriftlich dazu aufgefordert, eine vorgezogene Entsorgungssteuer von 40 Franken für ihren Vierbeiner zu bezahlen – egal ob das Tier eben erst geboren wurde oder auf dem «Sterbebett» liegt. Laut Kantonstierarzt ­Tullio Vanzetti sollen damit die jährlichen Kosten der Kadaverentsorgung von rund 500 000 Franken gedeckt werden.

Bei Hundehaltern stösst der Beschluss jetzt auf massive Kritik. «Die Gebühr ist absolut inakzeptabel und setzt Hunde mit Kühlschränken gleich», ärgert sich Davide Burcheri von der Kynologischen Vereinigung Tessin. Die Gemeinschaft wolle jetzt dagegen vorgehen.

Unterstützung erhält sie dabei von der Lega und der Tessiner SVP. Die beiden Parteien verlangen in einem gemeinsamen Vorstoss die Abschaffung der Steuer. Zudem haben sie die Hundehalter in den Medien aufgefordert, die Rechnung nicht zu bezahlen.

Auch die Schweizerische Kynologische Gesellschaft ist über das schweizweit einzig­artige Vorgehen der Tessiner Behörden entsetzt. «Wir finden die Gebühr absolut pietätlos», sagt Sprecherin Verena Ammann. Man werde die Tessiner Hundefreunde mit allen mög­lichen Mitteln unterstützen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.