Aktualisiert 10.06.2013 13:23

Zwei Kinder gerettetEntstellte Helden-Hündin wie Rockstar gefeiert

Sie rettete zwei Mädchen und wurde dabei schwer verstümmelt. In den USA wurde sie operiert. Nun ist Hündin Kabang auf den Philippinen eine gefeierte Heldin.

von
trx

Es geschah im Dezember 2011: Als in der philippinischen Stadt Zamboanga ein Motorrad auf Dina Bunggal (11) und ihre jüngere Nichte zudonnerte, zögerte die zweijährige Mischlingshündin Kabang («Flecken») keine Sekunde: Sie attackierte den Raser und biss in die Kette des Zweirads. Dabei wurden dem Hund, der Dinas Vater Rudy gehört, der Oberkiefer samt Nase weggerissen und die Augen verletzt.

Eine Fotografie des Tieres fand den Weg auf Facebook – innert kurzer Zeit wurde der Heldenhund, der auch eine eigene Website erhielt, weltberühmt. Tierfreunde sammelten Geld, sodass Kabang im Oktober zu Spezialärzten nach Kalifornien geflogen werden konnte. Zuvor hatte das Weibchen noch einen Wurf Junge geboren. Es folgten mehrere Operationen, die 27 '000 Dollar kosteten und bei denen mithilfe der plastischen Chirurgie der Kopf der Hündin mit Eigengewebe unterzogen wurde. Auch eine Krebserkrankung und ein Herzwurm wurden behandelt. Eine Kiefer-Prothese kam laut den Experten nicht in Frage: «Das Ausmass der Verletzung war zu gross», so Tierarzt Ed Unson. Kabang kann selbständig essen, hat noch einen Geruchssinn und eine Methode entwickelt, ihre Zunge mittels Einrollen feucht zu halten.

Mit Medaillen überhäuft

Am Wochenende flog die bestens genesene Kabang zurück auf die Philippinen, wo sie wie ein Rockstar empfangen und gefeiert wurde. Sie erhielt fünf Urkunden wegen ihrer Tapferkeit, sogar eine Parade wurde zu ihren Ehren abgehalten. Vor dem Rathaus wurde sie von Bürgermeister Celso Lobregat empfangen, der ihr die Medaille «Stolz von Zamboanga» verlieh.

Sie wirds freuen – zumal sie ihre in den USA neu entdeckte Lieblingsspeise Hawaiian Rolls erhalten wird.

Die beiden geretteten Mädchen freuten sich auch über das Wiedersehen. «Sie ist nicht meine Freundin, sie ist wie ein Teil der Familie», so Dina Bunggal. «Ohne sie wäre ich heute vielleicht nicht mehr am Leben.»

Vorerst wird sie allerdings bei Tierarzt Dr. Anton Lim bleiben, der sich monatelang um sie gekümmert hat: Kabangs Besitzer hat ein Alkoholproblem und verfügt nicht über die nötigen Mittel für ihre Pflege.

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