Brugger/Bühler: «Enttäuscht, das ist das richtige Wort»
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Brugger/Bühler«Enttäuscht, das ist das richtige Wort»

Nach einem misslungenen Medal Race beendet das Nacra-17-Duo Nathalie Brugger/Matías Bühler Olympia auf Platz 7.

von
Kai Müller
Rio
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Nichts zu holen im Medal Race: Das Nacra-17-Duo Nathalie Brugger/Matías Bühler beendet die olympischen Wettkämpfe auf Platz 7.

Nichts zu holen im Medal Race: Das Nacra-17-Duo Nathalie Brugger/Matías Bühler beendet die olympischen Wettkämpfe auf Platz 7.

epa/Olivier Hoslet
Die Schweizer riskieren in der letzten Wettfahrt viel, werden dafür aber nicht belohnt.

Die Schweizer riskieren in der letzten Wettfahrt viel, werden dafür aber nicht belohnt.

epa/Olivier Hoslet
Die Österreicher hingegen jubeln über die erste Medaille an Sommerspielen seit Peking 2008. Thomas Zajac und Tanja Frank erlösen unseren Nachbarn mit Bronze.

Die Österreicher hingegen jubeln über die erste Medaille an Sommerspielen seit Peking 2008. Thomas Zajac und Tanja Frank erlösen unseren Nachbarn mit Bronze.

Expa/johann Groder

Es gibt keinen anderen sportlichen Anlass, an dem sich Freud und Leid so nahe sind wie an Olympischen Spielen. Da jubelten die leidgeprüften Österreicher über Bronze von Thomas Zajac und Tanja Frank, über die erste Medaille an Sommerspielen seit acht Jahren. Ein paar Meter weiter stand Nathalie Brugger und konnte nicht mehr weitersprechen. Die Gefühle hatten sie übermannt, zu gross war der Schmerz über den verpassten Coup.

Die Romande und ihr Partner Matías Bühler hatten das doppelt zählende Medal Race in der Mixed-Kategorie Nacra 17 als Sechste und mit acht Rangpunkten Rückstand auf Bronze in Angriff genommen. Für den Vorstoss aufs Podest hätten sie in der finalen Wettfahrt eine Klassierung weit vorne gebraucht und gleichzeitig auf Patzer der unmittelbar vor ihnen liegenden Boote hoffen müssen. Die Schweizer riskierten alles – und wurden abgeschlagen Letzte. So resultierte Schlussrang 7.

Das Malheur am Start

«Ein Diplom hat nun einmal nicht den Wert einer Medaille», sagte Brugger, als sie wieder reden konnte. Bühler, der schweizerisch-argentinische Doppelbürger, beschrieb seine Gemütslage so: «Enttäuscht, das ist das richtige Wort.»

Die Schweizer waren vor dem Start vom plötzlich abnehmenden Wind überrascht worden. «Wir hatten dadurch zu wenig Speed und gerieten früh in Rücklage, während unsere direkten Konkurrenten gut wegkamen», analysierte Bühler. Danach hätten sie die erste Boje zu spät gesehen und ihren Kurs im letzten Moment korrigieren müssen. «Das war ein sehr teures Manöver.»

Zuerst einmal Pause

Seit Oktober 2012 hatten Brugger/Bühler auf die Wettkämpfe in Rio de Janeiro hingearbeitet. Wie es nun weitergeht, wissen sie noch nicht. «Wir müssen das Ganze zuerst einmal sacken lassen und brauchen ein Pause», sagte Bühler, ehe er anfügte: «In einigen Tagen oder Wochen werden wir sagen können, dass wir etwas erreicht haben.»

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