Stalkerin verurteilt: Enttäuschte Liebe: 54 Anrufe und 352 SMS
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Stalkerin verurteiltEnttäuschte Liebe: 54 Anrufe und 352 SMS

Das Bezirksgericht Zürich hat eine 33-jährige Finanzexpertin in einem Stalking-Prozess verurteilt. Ihre Liebe kannte keine Grenzen.

Wie das Gericht am Montag mitteilte, muss die Frau wegen versuchter Nötigung sowie Missbrauchs einer Fernmeldeanlage 1000 Franken Busse bezahlen.

Die Angeklagte wurde ausserdem zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 80 Franken verurteilt. Zudem wurde sie verpflichtet, einem Verwaltungsrat einer Zürcher Privatbank eine Prozessentschädigung von rund 5300 Franken zu bezahlen.

Die geständige Finanzexpertin belästigte während den Festtagen zwischen Dezember 2008 und Januar 2009 den heute 43-jährigen Bankdirektor mit 54 Anrufen und 352 SMS. In einer Nachricht stellte sie ihm in Aussicht, ihn zu verklagen und seine Karriere zu zerstören. Darauf schaltete der Topbanker die Polizei ein.

Am Strafprozess vom letzten April kam heraus, dass die Angeklagte aus enttäuschter Liebe gehandelt hatte. Sie hatte auf eine intime Beziehung mit ihrem Vorgesetzten gehofft. Als sie von ihm abgewiesen wurde, wandelte sie sich zur Stalkerin. Vor Gericht verlangte sie vergeblich einen vollen Freispruch.

Auch die Staatsanwaltschaft blitzte teilweise ab. Sie hatte eine höhere Strafe von 90 Tagessätzen zu 30 Franken sowie 2000 Franken Busse verlangt. Das Verschulden der Angeklagten wiege nicht leicht, schrieb das Gericht. Die Frau habe die Privatsphäre und die psychische Integrität des Opfers erheblich beeinträchtigt.

(sda)

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