Aktualisiert 25.10.2015 16:46

Rorschacherberg SGEnttäuschter Gastronom erteilt Journi Hausverbot

Ein Sternekoch war mit der Gault-Millau-Bewertung seines Lokals unzufrieden. Das erzählte er einer Zeitung. Nun hat der Journalist Hausverbot.

von
jeb
Im Schlosshotel Wartensee im Rorschacherberg war man mit den 13 Punkten von Gault Millau nicht vollumfänglich zufrieden.

Im Schlosshotel Wartensee im Rorschacherberg war man mit den 13 Punkten von Gault Millau nicht vollumfänglich zufrieden.

«Das Schloss-Hotel Wartensee verbietet dem Verfasser des Zeitungstextes jegliches Betreten des Grundstücks. Bei Zuwiderhandlung ist mit einer Strafklage zu rechnen und – gemäss Strafgesetzbuch – mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe», heisst es in der Amtsanzeige des Gemeindepräsidiums Rorschacherberg, wie die «Ostschweiz am Sonntag» berichtet.

Nur 13 Punkte

Doch warum ist der Restaurantbetreiber so echauffiert?

Eigentlich wäre es ja erfreulich gewesen: 13 Punkte erhielt das Restaurant Surprise vom Schlosshotel Wartensee im Rorschacherberg SG im Gourmetführer Gault Millau diesen Herbst. Doch für den Küchenchef Sandro Vladani sind die 13 Punkte nicht genug. Im Lokalteil für die Region Rorschach des «St. Galler Tagblattes» beklagte sich der Koch Anfang Oktober, dass sein Lokal «nur» 13 Punkte bekommen habe. Schliesslich habe der Testesser in seiner Kritik von einem «kulinarischen Feuerwerk» gesprochen und sämtliche Gänge in den höchsten Tönen gelobt. Da hätten also ebensogut 15 oder 16 Punkte stehen können.

Über diese Berichterstattung regte sich René Engler, Geschäftsführer und Gastgeber des Surprise, derart auf, dass er wütend die Redaktion anrief. Doch dabei beliess er es nicht: Engler erwirkte bei der Gemeinde Rorschacherberg per Amtsanzeige ein Hausverbot für den Journalisten, der über die Enttäuschung des Küchenchefs schrieb. Diese liess er ihm vor einigen Tagen via Gemeindepräsidium Rorschacherberg zukommen.

Erstes Hausverbot

Eine Begründung beinhaltete das Begehren nach der Amtsanzeige nicht, wie Beat Hirs, Gemeindepräsident von Rorschacherberg, gegenüber der «Ostschweiz am Sonntag» sagt.

Bei der Lokalredaktion in Rorschach ist man erstaunt über das Hausverbot. «Es ist bisher das erste Hausverbot gegen einen Journalisten von uns», heisst es auf Anfrage.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.