Enttarnte CIA-Agentin: Klage gegen Cheneys Stabschef?
Aktualisiert

Enttarnte CIA-Agentin: Klage gegen Cheneys Stabschef?

Im Skandal um die Enttarnung einer CIA-Agentin muss ein hochrangiger Mitarbeiter im Weissen Haus mit einer Anklage rechnen.

Ausserdem sollten die Ermittlungen gegen den Berater von Präsident George W. Bush, Karl Rove, fortgesetzt werden.

Wie der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf Justizkreise meldete, will ein Sonderermittler den Stabschef von Vizepräsident Dick Cheney, Lewis «Scooter» Libby wegen Falschaussage anklagen. Libby gehört zu den Neokonservativen in der Bush-Regierung und war einer der Strategen des Irak-Krieges.

Auch die Ermittlungen gegen den Präsidenten-Berater, Karl Rove, gehen weiter. Rove sagte vor Journalisten, er werde nicht angeklagt, aber die Untersuchung gegen ihn gehe weiter.

Machtdemonstration

In dem Skandal geht es um die Enttarnung der CIA-Agentin Valerie Plame im Sommer 2003. US-Kommentatoren hatten dies als Racheakt des Weissen Hauses nach kritischen Äusserungen von Plames Ehemann, dem ehemaligen Botschafter Joseph Wilson, gewertet.

Wilson hatte in einem Beitrag für die «New York Times» geschrieben, dass die Bush-Regierung Fakten über angebliche Bemühungen des Saddam-Regimes um den Kauf von Uran in Afrika hingebogen und übertrieben habe.

Im Zuge der 22-monatigen Ermittlungen von Sonderermittler Patrick Fitzgerald mussten auch Journalisten ihre Quellen offen legen. Weil sich die prominente US-Journalistin und Pulitzerpreis- Gewinnerin Judith Miller zuerst weigerte, wurde sie rund drei Monate lang in Beugehaft genommen.

(sda)

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