Internationale Kritik: Entwicklungshilfe der Schweiz zu intransparent
Aktualisiert

Internationale KritikEntwicklungshilfe der Schweiz zu intransparent

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) informiert zu wenig transparent. Das ist das Resultat einer NGO-Studie. Nur gerade 25 Punkte erhält die Schweiz - von 100 möglichen.

Zu wenig transparent, bemängelt die Organisation «Publish What You Fund»: Martin Dahinden, Botschafter der DEZA.

Zu wenig transparent, bemängelt die Organisation «Publish What You Fund»: Martin Dahinden, Botschafter der DEZA.

Die Transparenz der Schweizer Entwicklungshilfe lässt laut der Internationalen Organisation Publish What You Fund zu wünschen übrig. In einer Studie landet die Schweiz mit 25 von 100 möglichen Punkten in den hinteren Rängen.

Laut der Studie, die der «Blick» am Mittwoch publik machte, sind die Informationen der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) lückenhaft. So würden nicht alle Projekte erfasst oder es fehlten Informationen über deren Auswertung. Die Organisation Publish What You Fund stützte ihre Auswertung auf Informationen auf der DEZA-Homepage.

Im Jahr 2009 hatte sich die Schweiz auf die Transparenz- Richtlinien der IATI-Intiative (International Aid Transparency Initiative) verpflichtet. Publish What You Fund fordert die DEZA auf, bis Ende 2012 einen neuen Zeitplan auszuarbeiten und bereits 2013 bessere Informationen zugänglich zu machen.

Bessere Planung

Die Organisation Publish What You Fund mit Sitz in London setzt sich für bessere und vergleichbare Informationen über Entwicklungshilfegelder ein. Dies soll es einerseits den Geberländern erleichtern, ihre Ausgaben zu koordinieren. Andererseits sollen die Hilfsempfänger die finanzielle Unterstützung in ihren eigenen Budgets einplanen können.

Die Organisation untersuchte in ihrer Studie 72 staatliche Hilfsorganisationen, Entwicklungsbanken, UNO-Organisationen sowie private Stiftungen über den Zeitraum eines Jahres bis Anfang Mai 2012.

Am besten schnitten das britische Department for International Development (91 Punkte), die beiden IATI-Erstunterzeichner Niederlande (77 Punkte) und Dänemark (76 Punkte) sowie Schweden (72 Punkte) ab.

Italien liegt gleichauf mit der Schweiz

Die Schweiz liegt auf Rang 55 mit gleicher Punktzahl wie IATI- Erstunterzeichner Irland. Auch Italien, welches IATI nicht unterzeichnet hat, liegt mit der Schweiz gleich auf. Die durchschnittliche Punktzahl der untersuchten Organisationen lag bei 41.

In den kommenden vier Jahren kann die Schweiz insgesamt 11,35 Milliarden Franken für Entwicklungszusammenarbeit ausgeben. Das Parlament erhöhte im September das Budget um rund eine halbe Milliarde pro Jahr. 2011 gab die Schweiz 2,73 Milliarden Franken für Entwicklungshilfe aus. Damit liegt die Eidgenossenschaft im Mittelfeld der OECD-Länder. (sda)

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