Sendeplätze: «Entzieht Leuenberger die Konzession!»
Aktualisiert

Sendeplätze«Entzieht Leuenberger die Konzession!»

In Zürich verlieren Radio Energy und Tele Züri ihre Konzession, in der Zentralschweiz trifft es Tele Tell. Die Schweizer sind über die Vergabepolitik von Moritz Leuenberger empört.

von
Olaf Kunz

Im Talkback von 20 Minuten Online zur Konzessionsvergabe schlagen die Wellen hoch. Nicht nur die Entscheidungen an sich, sondern vor allem auch die Einschränkung des Angebots treibt vielen Schweizern die Zornesröte ins Gesicht. «Diktatur» und «China lässt grüssen» sind noch gemässigtere Vorwürfe an die Adresse von Moritz Leuenberger und seinem Departement. Und viele pflichten dem User Schnallä zu, der provokant fragt: «Wozu soll ich noch Billag zahlen, wenn ich nicht mehr sehen und hören kann, was ich will?»

Energy und Tele Züri polarisieren

Laut einem Online-Rating haben sich viele User für einen festen Sendeplatz auf dem Äther ausgesprochen. Dementsprechend gross ist die Wut vieler Fans, dass stattdessen Schawinskis Radio 1 zum Zug kam: «Ein absolut unverständlicher, skandalöser Entscheid», poltert Peter. Und «Radio Energy und TeleZüri höre/sehe ich regelmässig. Ich lasse mir meine Lieblingskanäle von Leuenberger nicht streichen», gibt sich PM kampflustig. Hartgesottene Energy-Hörer haben bereits eine Gruppe auf Facebook gegründet: «Rettet Energy Züri», so der Name der Gruppe, der bis am frühen Nachmittag bereits über 300 Mitglieder beigetreten sind.

Andere hingegen sind heilfroh über die Entscheidung: «Tele Züri ist nichts anderes als Trash TV.» So sieht es Muuh. Max a Million findet: «Energy heisst Hitparade rauf und runter bis zum Umfallen.» «Radio Energy gehört zu Zürich wie GC - also irgendwie nicht wirklich», äussert sich Radiofan ketzerisch.

«Leuenberger muss raus!»

Ob Radio Energy oder Tele Tell - in einer Hinsicht sind sich viele Leser einig und fragen sich: «Wie lange kann Leuenberger noch so Stuss zusammenregieren?», wie zum Beispiel der User «Bürgermehrheit». Und Fritz Müller wird noch deutlicher: «Moritz Leuenberger soll zurücktreten.» Oder wie Skan Dal fordert: «Entzieht Leuenberger die Konzession!»

Alle Talkbacks zum Konzessions-Entscheid:

Die Folgen der Konzessionsvergabe

sind für die Radio- und die Fernsehsender unterschiedlich:

Radiosender

Da UKW-Frequenzen für die drahtlose terrestrische Verbreitung von Radioprogrammen knapp sind, vergibt das Uvek zum Beispiel für das Sendegebiet Zürich-Glarus nur drei Konzessionen.

Für den abgewiesenen Sender Radio Energy bedeutet das faktisch das Aus, obwohl er sein Programm auch via Internet, Kabel oder Digital Audio Broadcasting (DAB) verbreiten könnte. DAB ist zukunftsträchtig, erreicht aber zur Zeit noch entschieden zu wenig Hörer.

Fernsehsender

Eine Konzession benötigt eine Fernsehstation nur dann, wenn sie Gebührengelder beansprucht.

Da TeleZüri ohnehin nur Gebühren für die in der Konzession vorgeschriebenen Programmfenster für die Kantone Schaffhausen und Thurgau erhielt, erleidet der Sender gemäss Bakom-Angaben wegen der entgangenen Gebührengelder keine finanziellen Einbussen. Denn ohne Konzession darf der Sender auf diese aufwändigen Programmfenster verzichten. Zudem darf TeleZüri ohne staatliche Fesseln sein Verbreitungsgebiet selber bestimmen und über sein bisheriges Gebiet hinaus senden. Möglicherweise kann TeleZüri also im Analognetz bleiben und seine Position sogar stärken.

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