Neue Ursache entdeckt: Entzündungen können Depressionen auslösen
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Neue Ursache entdecktEntzündungen können Depressionen auslösen

Wer an Depressionen leidet, benötigt häufig professionelle Hilfe. Die könnte laut kanadischen Forschern in Zukunft anders aussehen als bisher.

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Über 300 Leser fassten in Worte, wie sie sich während einer Depression fühlen oder mit welchen Vorurteilen sie konfrontiert sind. Lesen Sie 46 der 300 mutigen Aussagen.

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Der Psychologie-Professor Uwe Herwig erklärt im Interview, warum und wie Aktionen wie die von 20 Minuten Erkrankten und ihrem Umfeld helfen, und warum sie teilweise sogar antidepressiv wirken können.

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Gemäss Uwe Herwig können auch Suizidgedanken Teil einer Depression sein. Das Mitteilen kann Betroffenen helfen, diese Gedanken zu überwinden.

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Depressionen gelten mittlerweile als Volkskrankheit. Schätzungen zufolge erkrankt jeder vierte Westeuropäer in seinem Leben einmal daran. Was sie auslöst, ist individuell verschieden. So können sowohl erbliche als auch gesellschaftliche Faktoren eine Rolle spielen.

Nun haben Forscher eine weitere Ursache ausgemacht, wie sie im Fachjournal «Jama Psychiatry» berichten. Demnach kann eine Depression auch von Entzündungen im Gehirn ausgelöst werden.

Hohe Werte

Für die Studie hat das Team um Jeffrey Meyer von der University of Toronto die Gehirne von 40 Probanden gescannt. Alle waren körperlich gesund. Die eine Hälfte der Teilnehmer litt jedoch unter psychischen Problemen.

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass alle depressiven Patienten hohe Entzündungswerte im Gehirn hatten. Dabei galt: Je schlimmer die Depression, desto höher waren auch die Werte. Daraus schliessen die Forscher, dass diese Entzündungen mit den Depressionen im Zusammenhang stehen.

Neue Therapien

«Wir wissen, dass es mehr als eine biologische Veränderung braucht, um jemanden depressiv werden zu lassen», sagt Jeffrey Meyer gegenüber «Science Daily». «Aber wir gehen davon aus, dass die Entzündungen im Gehirn eine dieser Veränderungen sind.»

Diese Erkenntnis ist aus Sicht des Experten ein grosser Fortschritt. Schliesslich könnte das erklären, warum rund 10 Prozent der Patienten nicht auf die Einnahme von Antidepressiva anspringen. Denn mit diesen würden solche Entzündungen nicht behandelt, so Meyer. Er hofft, dass die Ergebnisse der Studie die Behandlung von Depressionen entscheidend verbessern.

Depressionen zu Fuss lindern

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Auf bessere Gedanken kommen, das wollen viele Depressive. Dieser Wunsch lässt sich laut Forschern der Queensland University of Technology recht einfach erfüllen. Sie haben in ihrer Studie gezeigt, dass sich mit moderater Bewegung die Lebensqualität von depressiven Frauen deutlich verbessern lässt. Demnach hatten die Teilnehmerinnen, die sich rund 150 Minuten pro Woche sportlich betätigten (Golf, Tennis, Aerobic und Schwimmen), anschliessend mehr Energie, waren besser sozialisiert und fühlten sich emotional besser. Weitere Erkenntnis: Das gleiche Resultat lässt sich auch mit 200 Minuten Spazierengehen pro Woche erzielen.

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