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Enver Fazliji (20) sorgt für die Bestattung von Muslimen

Er ist 20 Jahre alt und Inhaber eines Bestattungsunternehmens: Enver Fazliji organisiert die Beisetzung verstorbener Muslime in ihrer Heimat.

Schweizer Gräber werden generell spätestens nach 30 Jahren aufgehoben. Ein grober Verstoss gegen die vom Koran vorgeschriebene ewige Grabesruhe. Enver Fazliji: «Verwandte sollen Verstorbene jederzeit besuchen können. Ausserdem kann nur so die Wiederauferstehung geschehen.» Der in der Schweiz geborene Kosovo-Albaner hat vor kurzem seine gläubige Grossmutter verloren und wurde mit der Glaubens- und Bestattungsproblematik direkt konfrontiert.

Kurzerhand gründete der 20-Jährige in Bellach SO ein Unternehmen, das die traditionelle Ausschaffung verstorbener Muslime in ihre Heimat garantiert – inklusive Dokumentbeschaffung (Totenschein, Leichenpass, Visum etc.), Waschung und Flughafen-Transport. Fazliji: «Laut Koran muss ein Mensch innert 24 Stunden nach seinem Tod beigesetzt werden. Das schaffen wir leider nicht, aber immerhin nach zwei bis drei Tagen.»

Bereits hat die Firma Ahiret Islamic Bestattungen zahlreiche Aufträge abgewickelt – und es werden immer mehr. Fazliji: «Die durchschnittlich 3000 Franken sind kein Hindernis – wird dieser Betrag in der Schweiz doch allein für den Sarg und Transport hingeblättert.»

Martina Marti

Wer sich für eine Bestattung nach islamischem Brauch interessiert, kann sich an Enver Fazliji von der Firma Ahiret Islamic Bestattungen, Selzacherstrasse 17 in 4512 Bellach wenden. Aufträge in der ganzen Schweiz werden angenommen. Mehr Hintergrundinformationen gibt es auch unter www.ahireti.ch. Der Preis liegt zwischen 2500 und 3000 Franken.

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