Frust über Verwaltung: Epidemiologe Marcel Salathé tritt aus Coronavirus-Taskforce zurück
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Frust über VerwaltungEpidemiologe Marcel Salathé tritt aus Coronavirus-Taskforce zurück

Marcel Salathé gibt seinen Abschied aus der Corona-Taskforce. Der Epidemiologe begründet den Schritt mit dem technischen Rückstand der Schweiz. Salathé will nun die Digitalisierung selber vorantreiben.

von
Lucas Orellano
Yasmin Rosner
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Marcel Salathé hat genug von der mangelnden Digitalisierung der Schweiz. 

Marcel Salathé hat genug von der mangelnden Digitalisierung der Schweiz.

Tamedia AG
Der Epidemiologe tritt aus der Corona-Taskforce zurück.

Der Epidemiologe tritt aus der Corona-Taskforce zurück.

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Dies, um eine gemeinnützige Organisation zu gründen.

Dies, um eine gemeinnützige Organisation zu gründen.

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Darum gehts

  • Marcel Salathé tritt aus der Coronavirus-Taskforce zurück.

  • Er ist nicht unzufrieden mit ihrer Arbeit – doch er will für sein neues Projekt unabhängig sein.

  • Mit einer neuen gemeinnützigen Organisation will Salathé die Digitalisierung in der Schweiz vorantreiben.

Der in der Corona-Krise bekannt gewordene Epidemiologe Marcel Salathé machte nie einen Hehl aus seinem Frust, dass die Verwaltung während der Pandemie in technologischer Hinsicht versagte. «Wir sind im Daten-Blindflug, statt mit schnellen IT-Systemen versuchen wir rasanten Entwicklungen mit Fax-Übermittlung beizukommen», sagt er nun in der «SonntagsZeitung». Die Schweiz sei beim Einsatz moderner Technologien zwei Jahrzehnte im Rückstand.

Jetzt tritt Salathé aus der Corona-Taskforce zurück und gründet zusammen mit Wissenschaftlern und Leuten aus der Wirtschaft eine gemeinnützige Organisation namens CH++. Mit an Bord sind beispielsweise Zürcher IT-Unternehmer Hannes Gassert, Zattoo-Gründerin Bea Knecht und der Medizinprofessor Gieri Cathomas. Das Ziel der neuen Gesellschaft: Sie soll helfen, den technologischen Rückstand der Schweiz aufzuholen.

Im Interview mit der «SonntagsZeitung» betont Salathé, dass er mit der Arbeit der Coronavirus-Taskforce zufrieden sei: «Ich verlasse sie, damit ich beim Aufbau unserer neuen Organisation wirklich unabhängig bin.» Die Organisation CH++ soll ein Thinktank für technologische Entwicklungen und Projekte sein und gleichzeitig ein Interessenverband, der Politik, Verwaltung und Wirtschaft dazu anhält, auf Wissenschaft und Technologie zu setzen.

Dazu soll es unter anderem ein Parlamentarier-Rating geben, in dem die technologischen und wissenschaftlichen Fähigkeiten der Politikerinnen und Politiker bewertet werden.

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BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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