Gefangen auf Sex-Insel : Epstein-Opfer wollte durch Hai-Gewässer flüchten
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Gefangen auf Sex-Insel Epstein-Opfer wollte durch Hai-Gewässer flüchten

Eine junge Britin bringt neue, verstörenden Details über den verstorbenen US-Multimillionär zu Tage.

von
kat
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Sarah Ransome erzählte vor einem Gericht in Manhatten von ihrer Gefangenschaft auf Epsteins Privatinsel Little Saint James.

Sarah Ransome erzählte vor einem Gericht in Manhatten von ihrer Gefangenschaft auf Epsteins Privatinsel Little Saint James.

AP/Gianfranco Gaglione
Sie hatte nach eigenen Angaben versucht, durch das Gewässer, in dem sich auch Haie befinden, zu entkommen.

Sie hatte nach eigenen Angaben versucht, durch das Gewässer, in dem sich auch Haie befinden, zu entkommen.

AP/Gianfranco Gaglione
Weit kam sie aber nicht. Epstein habe auf der ganzen Insel Kameras installiert gehabt. Ein Team sei ausgesandt worden, um die Geflüchtete wieder zurückzubringen.

Weit kam sie aber nicht. Epstein habe auf der ganzen Insel Kameras installiert gehabt. Ein Team sei ausgesandt worden, um die Geflüchtete wieder zurückzubringen.

AP/Gianfranco Gaglione

Innert Sekunden hatte sich Sarah Ransome entschieden: Sie sprang auf ein unbewachtes Quad und bretterte damit in eine entlegene Ecke der rund 30 Hektar grossen Insel Little St. James. Von dort aus wollte sie zur Insel St. Thomas schwimmen.

Die Britin war nach eigenen Angaben eine Gefangene und Sexsklavin des verstorbenen US-Milliardärs Jeffrey Epstein. Monatelang harrte sie zusammen mit weiteren Frauen und Mädchen auf dessen Privatinsel aus. «Ich wurde dreimal am Tag vergewaltigt», so Ransome gegenüber dem «Telegraph».

Schwimmen, um zu entkommen, schien ihr einziger Ausweg zu sein – selbst wenn sich im Gewässer Haie tummelten. «Zu diesem Zeitpunkt erschien mir ein Hai wie mein bester Freund. Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, ich wollte einfach nur weg.» Weit kam sie jedoch nicht. Epstein hatte überall auf der Insel Kameras installiert. Innert weniger Minuten sei ein Team ausgesandt worden, welches sie zurück ins Haus brachte.

Sex im Flugzeug vor aller Augen

Ransome hatte ihren Peiniger im Jahr 2006 in New York kennengelernt. Damals war sie 22 Jahre alt. Sie schilderte ihn als charmant und charismatisch. Sie gingen gemeinsam ins Kino, er lud sie auf seine Privatinsel ein. Sie habe keine Warnzeichen erkannt.

Erst als sie im Flugzeug gesessen sei, das sie nach Little St. James gebracht habe, habe sie erstmals ein ungutes Gefühl übermannt. Es waren weitere Frauen an Bord, mit einer hatte Epstein Sex vor aller Augen. Auf der Insel habe dann der Missbrauch begonnen. Es wurden «Massagen» von ihr verlangt, täglich seien sie und die anderen vergewaltigt worden. Epstein habe alles an ihnen kontrolliert: Wie sie wohnten, was sie assen, welche Kleider sie trugen.

«Der beste Tag meines Lebens»

Anfang 2007 wurde Ransome nach Südafrika geschickt, um eine persönliche Assistentin für Epstein zu suchen. Sie kehrte nicht mehr zurück. Vor Gericht sagte sie, dass der Tag, an dem Epstein verhaftet worden sei, ohne Frage der beste ihres Lebens gewesen sei.

Sarah Ransome war eine von 20 Frauen, die ihre Geschichte im August dieses Jahres in einer Sonderanhörung vor einem Gericht in Manhatten preisgaben.

Epstein wurde am 10. August 2019 mit Verdacht auf Selbstmord tot in seiner Zelle aufgefunden. Ein Autopsiebericht liess allerdings Zweifel an dieser Version aufkommen. Sarah Ransome ist überzeugt davon, dass Epstein in seiner Zelle im Auftrag von mächtigen Menschen ermordet wurde, um ihn zum Schweigen zu bringen.

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