Aktualisiert 22.10.2017 14:22

Metal-Legende Martin Eric Ain«Er brach beim Umsteigen plötzlich zusammen»

Martin Eric Ain ist tot. Der Bassist der Band Celtic Frost erlitt am Samstag einen Herzinfarkt. Der gebürtige Amerikaner wurde nur 50 Jahre alt.

von
ysc
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Martin Stricker ist am Samstag im Alter von 50 Jahren überraschend verstorben. Der Zürcher war Musiker und Unternehmer.

Martin Stricker ist am Samstag im Alter von 50 Jahren überraschend verstorben. Der Zürcher war Musiker und Unternehmer.

Peter Lauth
Als Bassist der Metal-Bands Hellhammer und Celtic Frost wurde er zu einer prägenden Pionier-Figur in der Szene. Er gründete und hostete auch das erfolgreiche «Karaoke from Hell».

Als Bassist der Metal-Bands Hellhammer und Celtic Frost wurde er zu einer prägenden Pionier-Figur in der Szene. Er gründete und hostete auch das erfolgreiche «Karaoke from Hell».

Corinne Koch Photography
Wir sind ins Bildarchiv gestiegen und haben einige Bilder aus den Celtic-Frost-Tagen gefunden. Hier ist die Band mit Frontmann Tom G. Warrior (M.) auf dem Cover eines Metal-Specials des Schweizer Musikmagazins «Music Scene» zu sehen. Martin Stricker ist rechts im Bild.

Wir sind ins Bildarchiv gestiegen und haben einige Bilder aus den Celtic-Frost-Tagen gefunden. Hier ist die Band mit Frontmann Tom G. Warrior (M.) auf dem Cover eines Metal-Specials des Schweizer Musikmagazins «Music Scene» zu sehen. Martin Stricker ist rechts im Bild.

Keystone

Schweizer Rock-Fans stehen unter Schock: Martin Stricker, besser bekannt als Martin Eric Ain, ist tot. Er starb am Samstag völlig unerwartet: «Er ist beim Umsteigen auf ein anderes Tram plötzlich zusammengebrochen», sagt sein enger Freund Jan Graber zu 20 Minuten. Ain, der in den USA zur Welt kam, wurde nur 50 Jahre alt.

Von ernsthaften gesundheitlichen Problemen wusste Graber laut eigenen Angaben nichts. «Er war etwas übergewichtig, klar.» Ains Tod kommt für Graber aber grundsätzlich völlig überraschend.

Im neuen Projekt ging es um den Tod

«Wir waren erst noch vor zwei Wochen mit ihm zusammen essen. Er war wie immer gut drauf», erzählt Graber weiter. Obwohl Ain auch eine dunkle Seite gehabt habe: «Der Tod war für ihn ein wichtiges Thema. Sonst hätte er eine Combo wie Celtic Frost gar nicht mitbegründen können.»

Das gemeinsame Projekt der beiden, es hiess «Lieder zum Schluss», erscheint nun, im Nachhinein, in einem neuen, fast schon zynischen Licht: «Es ging um den Tod. Er vertonte meine Gedichte zu Musik, die ich gespielt habe», so Graber. Die ursprünglich geplante Fortsetzung ist nun natürlich nicht mehr möglich.

Gründer der legendären Karaoke-Show

Einen Namen machte sich Ain vor allem als Mitglied der Schweizer Metal-Band Celtic Frost, die in den 80er- und 90er-Jahren international Erfolge feierte. Celtic Frost gelten als Pioniere ihres Genres und hatten zu dieser Zeit grossen Einfluss auch auf andere Bands in dieser Musiksparte.

Zudem gründete Ain, der in Zürich wohnte und amerikanisch-schweizerischer Doppelbürger war, 2004 die legendäre «Karaoke From Hell»-Show im Zürcher Club Mascotte, dessen Mitbesitzer er war. Kurze Zeit später, 2006, kam es zu einem Comeback von Celtic Frost, bevor sich die Band 2008 endgültig auflöste.

Auftritt am Wacken Open Air

Celtic Frost traten alleine nach ihrer Wiedervereinigung 71 Mal in den Vereinigten Staaten auf, in Deutschland wurden sie für ein Konzert beim Metal-Festival Wacken Open Air 2006 gebucht.

Ain hinterlässt eine langjährige Partnerin. Neben vielen Freunden trauern auch sein Bruder und sein Vater um ihren Martin.

So klingen die Schweizer Metal-Pioniere: Der Song «A Dying God Coming Into Human Flesh» vom 2006er Comeback-Album «Monotheist» (Quelle: Youtube).

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