Aktualisiert 17.06.2019 13:55

Arbon TG«Er brachte das Handtuch mit, um ihn zu schlagen»

Marisa R.* ist sauer: Als sie am Samstag beim Seepark in Arbon TG mit ihrem Hund spielen wollte, wurde dieser von einem Hundehasser angegriffen. Offenbar kein Einzelfall.

von
juu

Hier sieht man, wie ein Mann zum Tisch von Marisa R. und ihrem Hund hingeht und ihn mit einem Handtuch schlägt. (Video: privat)

«Wenn die Leute Angst vor Hunden haben, dann sollen sie nicht auf einer der wenigen leinenfreien Zonen Entspannung suchen», sagt Marisa R.* entschieden. Die Thurgauerin war am Samstagnachmittag mit ihrem Hund und ihrer Tochter beim Seepark in Arbon. Der Bereich rund um den Seepark ist laut der Stadt Arbon von der Leinenpflicht befreit. Gerade deshalb würden sich dort täglich dutzende Hündeler treffen und ihren Vierbeinern Auslauf gewähren. «Doch leider gibt es immer wieder Menschen, die das mit der Freilaufzone einfach nicht begreifen wollen», so R.

Dies musste die Mutter am eigenen Leib erfahren: Ihr Hund, eine französische Bulldogge namens Bowdy, spielte im Seepark in der Nähe des Ufers und «störte» dort zwei ältere Männer. «Mein Bowdy hielt immer genug Abstand zu den Männern, aber er ist eben ein aufgeweckter kleiner Hund, der einfach seine Runden dreht», sagt die Thurgauerin. Zuerst hätten die Männer sie und ihre Tochter nur böse angeschaut, doch als der Hund zu seiner vierten Runde angesetzt habe, sei die Situation eskaliert.

1 / 11
Der Hund von Marisa R.* wurde am Samstag (15.06.2019) von einem Hundehasser mit einem Handtuch geschlagen. Sie nahm die Szenen auf Video auf.

Der Hund von Marisa R.* wurde am Samstag (15.06.2019) von einem Hundehasser mit einem Handtuch geschlagen. Sie nahm die Szenen auf Video auf.

privat
Laut R. sassen die beiden Männer auf den Steinen am Ufer des Seeparks in Arbon TG.

Laut R. sassen die beiden Männer auf den Steinen am Ufer des Seeparks in Arbon TG.

privat
Ihr Hund Bowdy drehte fröhlich seine Runden, doch das schien den Männern nicht zu passen. «Mein Bowdy hielt immer genug Abstand zu den beiden»,beteuert R.

Ihr Hund Bowdy drehte fröhlich seine Runden, doch das schien den Männern nicht zu passen. «Mein Bowdy hielt immer genug Abstand zu den beiden»,beteuert R.

privat

Video stösst auf Entsetzen

R.: «Auf einmal kam einer der beiden älteren Männer auf uns zugelaufen und erklärte, dass er und sein Kollege sich entspannen wollen und wir den Hund zu uns nehmen müssten.» Eine Frechheit, wie sie findet. Schliesslich sei der Strandabschnitt ja für alle da, so die Hundehalterin. Doch statt Einsicht zu zeigen, drohte der Mann mit der Polizei und holte mit einem Handtuch, das er in der Hand hielt, aus und schlug der eineinhalbjährigen Bulldogge auf den Kopf. «Er kam schon mit dem Handtuch in der Hand zu uns an den Tisch. Er hat es vermutlich extra mitgenommen, um ihn zu schlagen», sagt R. entrüstet.

Sie postete das Video kurz darauf in den sozialen Netzwerken. Dort erntete es viel Aufmerksamkeit und Entsetzen. Doch schnell wird klar, dass der Vorfall im Seepark kein Einzelfall war. Andere Hündeler schreiben von ähnlichen Vorfällen, ein Halter sogar von einem Zwischenfall mit den gleichen beiden Männern. «Darum geh ich nicht mehr gern da runter. Nur noch Stress mit den Velofahrern, die keine Rücksicht nehmen und Leuten, die wegen den Hunden dumm tun», schreibt eine andere Userin dazu. Ein anderer schreibt: «Das ist der einzige Platz, den wir als Hundehalter noch haben, an dem wir unseren Vierbeinern mal etwas Freiraum zum Austoben geben können.»

Tier muss jeder Zeit unter Kontrolle sein

Laut R. kam die Polizei nicht vor Ort. Doch wenn, würde diese überhaupt etwas unternehmen? Laut Andy Theler, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, würde man in so einem Fall darauf hinweisen, dass auf diesem Areal keine Leinenpflicht herrscht.

Auch in St. Gallen würde man seitens der Polizei dazu raten, das Problem mit dem entsprechenden Hundehaltern selbst zu klären. «Polizeilich ist das nicht wirklich relevant», sagt Roman Kohler, Sprecher der Stadtpolizei. Sobald hingegen ein Gesetz nicht beachtet werde, also wenn der Halter sein Tier trotz Leinenpflicht von der Leine nehmen würde oder man von dem Tier angegriffen werde, sei die Polizei zuständig. Generell lasse sich sagen, dass ein Halter sein Tier auch ohne Leine jeder Zeit unter Kontrolle haben müsse. «Wenn man ruft, dann muss der Hund kommen», so Kohler.

*Name der Redaktion bekannt

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.