Amriswil TG: Er findet auch nach 400 Bewerbungen keinen Job
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Amriswil TGEr findet auch nach 400 Bewerbungen keinen Job

Andreas Bartholdi (50) sucht seit Jahren eine Arbeit. Über 400 Bewerbungen hat er bereits erfolglos geschrieben. Durch die Medien hofft er nun auf eine Stelle.

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Andreas Bartholdi sucht seit dreieinhalb Jahren eine Arbeit. Auch nach über 400 Bewerbungen bleibt er erfolglos. Der 50-Jährige hofft nun mit dem Gang an die Öffentlichkeit eine Stelle zu finden.

Andreas Bartholdi sucht seit dreieinhalb Jahren eine Arbeit. Auch nach über 400 Bewerbungen bleibt er erfolglos. Der 50-Jährige hofft nun mit dem Gang an die Öffentlichkeit eine Stelle zu finden.

Oberthurgauer Nachrichten
Mit diesem Schild stand Rico Sperber (57) am Montag, 27. Januar, und Dienstag, 28. Januar 2020, jeweils vier bis fünf Stunden an der Landstrasse in Laufenburg AG. Er erhofft sich durch die Aktion eine Festanstellung zu bekommen.

Mit diesem Schild stand Rico Sperber (57) am Montag, 27. Januar, und Dienstag, 28. Januar 2020, jeweils vier bis fünf Stunden an der Landstrasse in Laufenburg AG. Er erhofft sich durch die Aktion eine Festanstellung zu bekommen.

In den letzten Jahren hatte Sperber immer wieder temporäre Arbeitsstellen. In seinem Alter eine Festanstellung zu finden sei sehr schwer. «Jahrelang nur temporäre Stellen zu haben, kostet viel Kraft, da man in ständiger Unsicherheit lebt», so Sperber.

In den letzten Jahren hatte Sperber immer wieder temporäre Arbeitsstellen. In seinem Alter eine Festanstellung zu finden sei sehr schwer. «Jahrelang nur temporäre Stellen zu haben, kostet viel Kraft, da man in ständiger Unsicherheit lebt», so Sperber.

Rico Sperber

«Es muss doch möglich sein, dass ich einen Job finde», so Andreas Bartholdi zu den «Oberthurgauer Nachrichten». Seit dreieinhalb Jahren ist der 50-Jährige aus Amriswil TG nun schon auf Stellensuche. In dieser Zeit habe er über 400 Bewerbungen geschrieben – alle erfolglos.

In die Arbeitslosigkeit sei er unverschuldet gerutscht: Sein damaliger Arbeitgeber musste die Firma schliessen. «Wer mit 50 eine neue Stelle sucht, hat auf dem Arbeitsmarkt fast keine Chance», so sein Fazit. Die Ü50-Generation sei vielen Arbeitgebern schlicht zu teuer. Doch er wolle und könne arbeiten, denn an Arbeitserfahrung und Interesse fehle es ihm nicht.

«Perfekt wäre eine Tätigkeit, bei der ich abwechselnde Aufgaben hätte, sodass ich nicht den ganzen Tag sitzen oder stehen muss», wird er zitiert. Eine solche Arbeit ist laut dem 50-Jährigen allerdings schwierig zu finden. Häufig bekomme er nach dem Einreichen seiner Bewerbungsunterlagen gar keine Rückmeldung.

Zwei Franken pro Stunde

Für zwei symbolische Franken pro Stunde ist Bartholdi derzeit in einem Beschäftigungsprogramm in Arbon angestellt. «Das ändert an meiner Abhängigkeit vom Sozialamt natürlich nichts», sagt er. Bartholdi will sich bis zu seiner Pensionierung nicht mit dem Sozialamt zufrieden geben. Auch wenn er nur ein kleines Stellenpensum bekommen würde, wolle er unbedingt arbeiten: «Hauptsache ich kann meine Rechnungen und meine Wohnung wieder selber finanzieren.»

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