Hugh Van Es: Er fotografierte die Schande Amerikas

Aktualisiert

Hugh Van EsEr fotografierte die Schande Amerikas

Der Fotograf eines der berühmten Bilder aus dem Vietnamkrieg ist tot. Der Niederländer Hugh Van Es, der den Fall von Saigon 1975 dokumentierte, starb im Alter von 67 Jahren in Hongkong.

Sein berühmtestes Foto zeigt, wie US-Bürger per Helikopter vom Dach eines Gebäudes in Saigon in Sicherheit gebracht werden. Häufig wurde das Gebäude dabei fälschlich als US-Botschaft identifiziert. Tatsächlich handelte es sich jedoch um eine Unterkunft für Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA. «Wie so vieles aus dem Vietnamkrieg ist das Bild nicht exakt das, was es scheint», kommentierte Van Es 2005 in einem Beitrag für die «New York Times».

Das Bild wurde zum Symbol des für die Grossmacht unrühmlichen Endes des Vietnamkrieges. Van Es gehörte zu den berühmtesten Vietnam-Kriegsberichterstattern. Sein Kollege Peter Arnett würdigte ihn am Freitag als einen «der wenigen westlichen Fotografen, die das Risiko auf sich nahmen, das Ende des Krieges zu dokumentieren».

Wegen seines sonnigen Gemüts sei er bei seinen Kollegen ebenso beliebt gewesen wie bei den vietnamesischen und US-Soldaten, die er ablichtete, sagte Arnett der Nachrichtenagentur AFP. (sda)

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