Aktualisiert 31.03.2015 07:33

Lubitz' Motiv?

Er fürchtete, nicht mehr als Pilot arbeiten zu dürfen

Warum hat Andreas Lubitz die Germanwings-Maschine zum Absturz gebracht? Jetzt haben die Ermittler eine heisse Spur zum Tatmotiv.

von
woz
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Andreas Lubitz (27) war der Co-Pilot der Germanwings-Maschine, die am 24. März 2015 in den französischen Alpen in eine Felswand krachte.

Andreas Lubitz (27) war der Co-Pilot der Germanwings-Maschine, die am 24. März 2015 in den französischen Alpen in eine Felswand krachte.

Das Haus der Familie Lubitz in Montabaur (Rheinland-Pfalz) wird am 26. März 2015 von Polizisten bewacht.

Das Haus der Familie Lubitz in Montabaur (Rheinland-Pfalz) wird am 26. März 2015 von Polizisten bewacht.

Keystone/AP/Michael Probst
Die Familie befindet sich derzeit auf dem Weg zur Unglücksstelle.

Die Familie befindet sich derzeit auf dem Weg zur Unglücksstelle.

Keystone/AP/Michael Probst

Andreas Lubitz, der Co-Pilot der abgestürzten Germanwings-Maschine, war zeitgleich bei mehreren Ärzten in Behandlung. Allein in der Uniklinik Düsseldorf wurde er zwischen Februar 2015 und dem 10. März drei Mal vorstellig.

Grund: Er wollte eine Auszeit, berichtet die «Bild» (Artikel kostenpflichtig). Jedoch habe er keine Krankschreibung gewollt, die seine Lizenz gefährden könnte.

An Unglückstag krankgeschrieben

«Ein Hauptmotiv für uns ist derzeit, dass Lubitz offenbar Angst hatte, wegen seiner medizinischen Probleme die Flugtauglichkeit zu verlieren», sagt ein Ermittler zum Boulevard-Blatt.

Am Unglückstag war Lubitz krankgeschrieben. Vieles deute darauf hin, dass er seinem Arbeitgeber und seinen Kollegen eine Erkrankung verschwiegen habe, so die Staatsanwaltschaft. Gestern Montag wurde zudem bekannt, dass Lubitz vor seiner Karriere als Pilot in psychotherapeutischer Behandlung war. Er galt als selbstmordgefährdet.

Millionenrückstellung von Versicherern für Absturzkosten

Für die Kosten rund um den Germanwings-Absturz hat ein Versicherungskonsortium nach Angaben der Lufthansa 300 Millionen US-Dollar zurückgestellt. Es geht unter anderem um finanzielle Entschädigungen für die Hinterbliebenen der 150 Toten, die Kosten für den zerstörten Airbus A320 und für Betreuungskräfte.

Ein Sprecher der Fluggesellschaft bestätigte am Dienstag in Frankfurt einen entsprechenden Bericht des «Handelsblattes». Darüber hatte zuvor auch bereits die Versicherungszeitung «The Insurance Insider» berichtet. Das Geld werde von einem Versicherungskonsortium bereitgestellt, in dem die Münchner Allianz eine führende Rolle spiele, so der Lufthansa-Sprecher.

Die Allianz wollte sich dazu zunächst nicht äussern. Auch der US-Konzern AIG, der zu den Versicherern gehört, lehnte einen Kommentar ab. Swiss Re erklärte lediglich, dass sowohl Germanwings als auch die Lufthansa Kunden des Rückversicherers sind.

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