Niederurnen GL: «Er hat es einfach nicht gecheckt»

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Niederurnen GL«Er hat es einfach nicht gecheckt»

Nach einem Auffahrunfall in Niederurnen GL kam es zur Bildung einer Rettungsgasse. Doch ein Lenker verstand es offenbar nicht und blockierte mehrere Minuten lang die Durchfahrt. Seit dem 1. Januar ist dieses Verhalten strafbar.

von
Leo Butie

Hier siehst du, wie ein Lenker die Durchfahrt blockiert.

20min-Community

Darum gehts

  • Nach einem Auffahrunfall auf der A3 bei Niederurnen wurde eine Rettungsgasse gebildet.

  • Ein Lenker hielt sich nicht daran und fuhr einige Minuten in der Mitte der Rettungsgasse langsam weiter.

  • Ein Leser-Reporter filmte das Geschehen.

  • Ab dem 1. Januar ist die Bildung einer Rettungsgasse obligatorisch.

Am frühen Silvesterabend krachte es auf der Autobahn A3 bei Niederurnen. Als Folge des Unfalls, bei dem mehrere Fahrzeuge involviert waren, wurde eine Rettungsgasse gebildet. So können Polizei und Rettung den Unfallort schnell erreichen. Doch ein Lenker hielt sich nicht daran und rollte langsam zwischen den hupenden Fahrzeugen weiter. Ein Leser-Reporter filmte das Geschehen. «Das Auto fuhr mitten in der Rettungsgasse an uns vorbei», erzählt er. Während etwa fünf Minuten sei er so weitergefahren. Erst als mehrere Lenker mit Hupen und Licht ihn auf die Situation aufmerksam machten, bog dieser links ein. «Er hat es wohl einfach nicht gecheckt.»

Für den Leser-Reporter ist das Verhalten des Lenkers unverständlich. «Ich fand es schon ziemlich frech», meint er. Schliesslich sei die Bildung einer Rettungsgasse wichtig. «Man sollte das eigentlich schon wissen», so der 19-Jährige. Glücklicherweise waren Rettungskräfte sowie die Polizei bereits an der Unfallstelle, als der fehlbare Lenker durch die Rettungsgasse fuhr.

Mit dem Video konfrontiert meint dieser, dass er nicht realisiert habe, was los sei. «Ich dachte zuerst, dass es eine Baustelle ist», meint der Lenker. Das Ganze sei sehr plötzlich passiert. «Ich habe es am Anfang gar nicht verstanden.» Als er weiter vorne das Blaulicht sah und ihn auch mehrere Autos anhupten, bog er auf die linke Spur ein. «Es war überhaupt nicht meine Absicht, die Rettungsgasse auszunutzen», meint er. In Zukunft werde er natürlich sofort einlenken.

Seit 1. Januar strafbar

Seit dem ersten Januar gilt auf Schweizer Autobahnen neu die Pflicht, im Falle von stockendem Verkehr oder Stau unaufgefordert eine Rettungsgasse in der Mitte der Fahrbahn zu bilden. Dabei darf in keinem Fall auf den Pannenstreifen ausgewichen werden. Wer dies nicht beachtet, wird mit nun einer Ordnungsbusse geahndet. «Mit der Bildung einer Rettungsgasse hinkt man in der Schweiz noch ein wenig hinten nach», sagt Raphael Moor, Mediensprecher der Kantonspolizei Glarus. In anderen europäischen Ländern sei es bereits Standard. Es werde sicherlich eine Zeit lang dauern, bis dieses Verfahren auch hier reibungslos ablaufe.

Video: Tamedia / Kapo BE

Grund für die Rettungsgasse am Silvesterabend in Niederurnen GL waren gleich zwei Auffahrunfälle, die sich bei der Einfahrt der Autobahnraststätte «Glarnerland» ereigneten. Laut einer Meldung der Kantonspolizei Glarus musste eine Lenkerin eine Vollbremsung machen, da ein noch unbekannter Autofahrer vor ihr rücksichtslos fuhr. In der Folge kollidierte eine 25-jährige Lenkerin in das Heck des vorausfahrenden Fahrzeuges.

Durch den Unfall mussten mehrere Fahrzeuge abrupt abbremsen, wobei es zu einer weiteren Auffahrkollision kam. Beim ersten Unfall wurde die 25-Jährige leicht verletzt, an den beiden Autos entstand Totalschaden. Bei der zweiten Kollision wurden beide Fahrzeuge stark beschädigt, verletzt wurde niemand.

Während den Bergungs- und Unfallaufnahmearbeiten kam es zu grösseren Verkehrsbehinderungen und einem Rückstau.

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