Aktualisiert 17.03.2009 18:24

Söhne entführt

«Er hat im Gefängnis nichts zu suchen»

In Südfrankreich muss sich ein 52-jähriger Mann vor Gericht verantworten, der nach der Trennung von seiner Frau die beiden gemeinsamen Söhne entführte und jahrelang mit ihnen untergetaucht war.

«Er hat im Gefängnis nichts zu suchen», sagten die 17 und 18 Jahre alten Jungen der Tageszeitung «Le Parisien» (Dienstagausgabe). «Wir haben ihm wirklich nichts vorzuwerfen.»

Im Gegenteil, sie hätten sich seinerzeit «bei vollem Bewusstsein» für das Leben mit ihrem Vater entschieden und seien damit glücklich gewesen. Dem im Januar festgenommenen Mann drohen zwei Jahre Haft.

Justizangaben zufolge entführte der Mann seine Söhne Ende 1998 von ihrer Mutter, die das Sorgerecht hatte, und zog jahrelang unter falschem Namen mit ihnen umher. Schliesslich liess er sich in einem kleinen Ort in Südfrankreich nieder, wo die drei zuletzt in einer Scheune lebten und sich mit selbst angebautem Gemüse versorgten.

Die beiden Jungen hatten nach der Festnahme ihres Vaters nach mehr als zehn Jahren erstmals ihre Mutter wiedergesehen. Diese trat nicht weiter als Nebenklägerin auf - damit die Lage sich entspannen könne, wie ihre Söhne sagten.

(sda)

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