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Münchner Schläger«Er hat immer wieder krumme Dinger gedreht»

Die mutmasslichen Schläger von München sind keine unbeschriebenen Blätter: Alle drei sind vorbestraft. Einen der Angeschuldigten habe die Polizei sogar aus dem Bett geholt und abgeführt, sagt jetzt ein Nachbar gegenüber 20 Minuten Online.

von
meg/ann

Nach der brutalen Prügelei in München hat sich nun auch die Jugendstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich zu Wort gemeldet. In einem Communiqué bestätigt sie, dass sämtliche Prügler von München vorbestraft sind.

Faustschläge, Tritte, Raubversuch

Ein Angeschuldigter wurde wegen Diebstahl und Hausfriedensbruch verurteilt, ein zweiter Angeschuldigter wegen einfacher Körperverletzung (Nasenbeinfraktur), der dritte Angeschuldigte wegen Raubversuch und Angriff (Faustschlag und Tritte).

Die Jugendlichen haben gegenüber der Münchner Staatsanwaltschaft bereits früher ausgesagt, dass sie bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten seien. Die deutschen Ermittler hatten aber bislang keine Hinweise auf die Richtigkeit dieser Aussagen.

Polizei holte Schläger aus dem Bett

Ein notorischer Unruhestifter scheint der mutmassliche Schläger Ivan zu sein. Ein Nachbar der Wohnung von Ivans Familie sagt zu 20 Minuten Online: «Vor gut zwei Jahren wurde der Knabe um sechs Uhr morgens von drei Polizisten aus dem Bett geholt. Dann ist er etwa eine Woche nicht mehr heimgekommen.» Es sei bekannt gewesen, dass Ivan immer wieder «krumme Dinger» gedreht habe. Es hätten zudem immer wieder Sachen in der Wohnung, in der Ivan mit seinen drei Brüdern und der Mutter lebte, repariert werden müssen. «Einmal haben sie einen ganzen Türrahmen herausgerissen.» Ein ander Mal seien in der öffentlichen Waschküche alle Schalter kaputt gemacht worden. Der Vater von Ivan sei vor einigen Jahren aus der Wohnung ausgezogen.

Schulische Schwierigkeiten?

Auch schulisch lief für Ivan nicht alles reibungslos. Im Februar 2008, sechs Monate vor Ende der drei Oberstufenschuljahre, wechselte er in eine andere Schule. «Auf Wunsch der Mutter», sagt Schulleiter Karl Wyss. Für ihn und sein Team ist die Tat von Ivan und seinen Kollegen völlig unverständlich. «Er war ein angenehmes Kind und im Umgang anständig.»

Ein weiterer mutmasslicher Täter ist Mike. Wie genau er an der Tat beteiligt war, ist noch unklar. Einer seiner besten Freunde ist S.B., der Mike seit der fünften Klasse kennt. «Ich war bei einem Kollegen, als wir von der Tat erfahren haben. Ich bin schockiert und sehr enttäuscht darüber, was Mike getan hat», sagt S. B. gegenüber 20 Minuten Online. Mike sei nüchtern «ein ganz lieber Typ.» War er betrunken, sei er schon mal aggressiv geworden. «Wie man halt ist, wenn man betrunken ist.» Er habe jedoch nie von sich aus Schlägereien angefangen. Und S. B. betont: «Mike ist kein Kiffer. Er hat nie Gras geraucht, wie es die Medien berichteten.»

Erziehungsmassnahme in einem Fall

Alle Strafuntersuchungen sind durch die Jugendanwaltschaft See/Oberland durchgeführt und abgeschlossen worden. Die Jugendlichen wurden mit persönlichen Leistungen zwischen neun Tagen und vier Wochen bestraft. Für einen Angeschuldigten wurde im September 2008 mit Erziehungsverfügung zudem eine ambulante Behandlung in Form einer deliktorientierten Therapie angeordnet. Weitere Details gibt die Jugendstaatsanwaltschaft aus Rücksicht auf das laufende Verfahren in Deutschland zurzeit nicht bekannt. (meg/ann/sda/dapd)

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