Dominic Cummings wollte Boris Johnson aus dem Amt entfernen
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Dominic Cummings«Er hat keinen Plan» – Ex-Chefberater wollte Boris Johnson aus Amt entfernen

Er galt als zweitmächtigster Mann Grossbritanniens und die rechte Hand von Premier Boris Johnson. Ende 2020 folgte der Bruch. Nun schiesst Dominic Cummings scharf gegen Johnson.

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Dominic Cummings schiesst gegen Boris Johnson.

Dominic Cummings schiesst gegen Boris Johnson.

AFP
Gegenüber der BBC sagte Cummings, er habe Boris Johnson aus dem Amt entfernen lassen wollen.

Gegenüber der BBC sagte Cummings, er habe Boris Johnson aus dem Amt entfernen lassen wollen.

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«Er hat keinen Plan, er weiss nicht, wie man Premierminister ist», sagt Cummings.

«Er hat keinen Plan, er weiss nicht, wie man Premierminister ist», sagt Cummings.

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Darum gehts

  • Dominic Cummings, ehemalige rechte Hand von Boris Johnson, schiesst weiterhin scharf.

  • «Er hat keinen Plan, er weiss nicht, wie man Premierminister ist», sagt er über seinen ehemaligen Chef.

  • Deshalb habe er Johnson ganz zu Beginn seiner Amtszeit aus dem Amt schmeissen wollen, sagt Cummings nun.

Der ehemalige Chefberater Boris Johnsons, Dominic Cummings, wollte den britischen Premierminister «innerhalb von Tagen» nach dessen Wahlsieg durch einen anderen Politiker ersetzen. Das sagte Cummings in einem BBC-Interview, das am Dienstag in Auszügen gezeigt wurde.

Demnach gab es bereits kurz nach dem überwältigenden Sieg Johnsons bei der Parlamentswahl im Dezember 2019 Gespräche zwischen Beratern im Regierungssitz Downing Street über einen möglichen Wechsel an der Spitze. Wie genau das hätte gehen sollen, erläuterte Cummings allerdings nicht.

Grund dafür sei gewesen, dass Johnsons Frau Carrie ihn und seine Kollegen von der Pro-Brexit-Kampagne «Vote Leave» habe loswerden wollen, so Cummings weiter. Über Johnson sagte er: «Er hat keinen Plan, er weiss nicht, wie man Premierminister ist und wir haben ihm nur ins Amt verholfen, um ein bestimmtes Problem zu lösen (den Brexit zu vollziehen), nicht weil er der Richtige gewesen wäre, um das Land zu führen.»

Bruch zwischen Cummings und Johnson

Cummings gilt als Stratege hinter dem Sieg der Brexit-Befürworter im EU-Referendum 2016 und dem der Konservativen unter Johnson in der Parlamentswahl 2019. Zeitweise galt er als zweitmächtigster Mann des Landes. Ende vergangenen Jahres kam es jedoch zum Bruch zwischen Johnson und seinem Berater. Cummings musste gehen – und seitdem erhebt er immer wieder schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Chef.

Über den Brexit sagte Cummings, niemand könne wissen, ob es eine gute Idee gewesen sei, aus der EU auszutreten. «Ich glaube jeder, der behauptet, darüber Gewissheit zu haben, hat eine Schraube locker», so der Ex-Berater.

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(dpa/her)

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