Ehepaar hortete Hanf: «Er hat manchmal nachts im Garten gebaggert»
Aktualisiert

Ehepaar hortete Hanf«Er hat manchmal nachts im Garten gebaggert»

Ein spezieller Fang gelang der Kapo Solothurn. Über 100 teils illegale Waffen und eine Hanfplantage fanden Polizisten in einem Einfamilienhaus in Biberist. Nachbarn sind schockiert.

von
Christian Holzer

Messer, Elektroschocker, Schiessstöcke wie aus einem Agentenfilm, viel Munition und eine grosse Indoor-Hanfplantage: Bei einem über 60-jährigen Ehepaar aus Biberist machte die Kapo Solothurn einen ungewöhnlichen Fund. Als die Polizei das Haus von H.K.* und A.K.* Anfang November durchsuchte, entdeckten die Beamten neben einer mit Alufolie isolierten Hanf-Plantage mit 900 erntereifen Pflänzchen auch über 100 teils verbotene Waffen im Keller. «Die Waffensammlung wurde offenbar über Jahrzehnte aufgebaut», sagte Kapo-Sprecher Andreas Mock.

Wachhund auf Reporter gehetzt

20 Minuten hat das Paar gestern am Rande von Biberist in einem heruntergekommenen Einfamilienhaus ausfindig gemacht. Doch statt sich zu erklären, hetzten die beiden einen bissigen Wachhund auf den Reporter.

Anwohner sind schockiert über den erst jetzt kommunizierten Fund: «Ich habe mich immer gefragt, woher das Geld für die teuren Autos und Maschinen der Familie kommt», sagte eine Nachbarin.

Auch bei Grillfesten habe die Familie nur teuren Wein und edelstes Fleisch aufgetischt. Im Haus des Ehepaars wohnt auch der über 30-jährige Sohn mit seiner Frau und zwei Kindern. «Er hat manchmal komisch riechende Sachen verbrannt oder nachts um 1 Uhr im Garten gebaggert», erklärte eine andere Nachbarin.

Das Ehepaar muss sich nun wegen Verstosses gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz vor Gericht verantworten

«Wir sind keine schlechten Menschen»

Nachdem 20 Minuten über den Fall berichtete, meldet sich der Sohn des Ehepaares: «Meine Eltern betrieben die Anlage, weil sie sonst schlicht zu wenig Geld zum Leben gehabt hätten.» Der Waffenfund sei von der Polizei aufgebauscht worden: «Mein Vater sammelt seit über 40 Jahren Waffen», so der Solothurner. Dass die Waffen teils illegal gewesen seien, habe der Vater nicht gewusst.

* Name der Redaktion bekannt

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