Ganterschwil SG: «Er hat sein Opfer skrupellos getötet»
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Ganterschwil SG«Er hat sein Opfer skrupellos getötet»

Das Kantonsgericht hat den Haupttäter im Fall Ganterschwil wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 19 Jahren verurteilt. Der Mitbeschuldigte kassiert wegen Gehilfenschaft eine Freiheitsstrafe von vier Jahren.

von
Tabea Waser
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Darum gehts

  • Im September 2015 kam es in Ganterschwil SG zu einem Tötungsdelikt.

  • Ein Mann wurde im freien Feld erschossen.

  • Die Täter feierten nach den Todesschüssen im Bordell.

  • Haupttäter und Gehilfe wurden im März 2020 vom Kreisgericht Toggenburg verurteilt.

  • Dagegen gingen die Beschuldigten und die Staatsanwaltschaft in Berufung.

  • Kürzlich fand die Verhandlung am Kantonsgericht St. Gallen statt.

  • Jetzt ist das Urteil da.

Das Kantonsgericht St. Gallen bestätigte damit die entsprechenden Entscheide des Kreisgerichts Toggenburg, wie es in einer Mitteilung am Donnerstag heisst.

Gemäss Anklage der Staatsanwaltschaft soll der Haupttäter am 9. September 2015 in Ganterschwil auf den Lebenspartner seiner Bekannten und zeitweiligen Freundin geschossen, mit einem Messer eingestochen und diesen tödlich verletzt haben. Mit neun Pistolen-Kugeln wollte er ihn töten, getroffen wurde das Opfer von zwei Kugeln. Als er am Boden lag, griff der Täter zum Messer. Die Partnerin musste alles mitansehen. Mit der Tat habe er einen lästigen Nebenbuhler loswerden wollen. Er selbst wollte die Frau nämlich möglichst schnell heiraten, weil er zu jenem Zeitpunkt keine gültige Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz hatte.

Der zweite Beschuldigte soll zu dieser Tat durch Fahrdienste und Überreichung des Messers Hilfe geleistet haben. Nach der Tat feierten die beiden im Bordell. «Sie liessen es im Puff so richtig krachen», berichtete ein Augenzeuge.

Daneben legte die Staatsanwaltschaft beiden Beschuldigten weitere Delikte zur Last.

Beide Seiten gingen in Berufung

Das Kreisgericht Toggenburg verurteilte den Haupttäter mit Entscheid vom 19. März 2020 unter anderem wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 19 Jahren. Den zweiten Beschuldigten sprach das Kreisgericht unter anderem wegen Gehilfenschaft zu vorsätzlicher Tötung schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren sowie zu einer bedingten Geldstrafe.

Gegen diese Entscheide erhoben die Staatsanwaltschaft und die beiden Beschuldigten Berufung respektive Anschlussberufung. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Erhöhung der Freiheitsstrafen auf 20 Jahre für den Haupttäter beziehungsweise auf sechs Jahre für den Gehilfen. Die Beschuldigten ihrerseits verlangten die Einstellung des Verfahrens respektive vollumfängliche Freisprüche.

Faires Verfahren

Die Strafkammer des Kantonsgerichts St. Gallen hat nun die Entscheide des Kreisgerichts in den Hauptpunkten bestätigt. Das Kantonsgericht gelangte zunächst zum Schluss, dass dem Haupttäter ein faires Verfahren und insbesondere das Recht auf eine effektive Verteidigung gewährleistet worden sind. Entsprechend bestand kein Grund für eine Einstellung des Verfahrens. Demgegenüber stellte das Gericht eine Verletzung des sogenannten Beschleunigungsgebots fest. Der unstrittig langen Dauer des Verfahrens trug das Gericht bei der Strafzumessung Rechnung.

In der Sache selbst sah es das Kantonsgericht als erwiesen an, dass der Haupttäter sein Opfer skrupellos getötet und damit den Tatbestand des Mordes erfüllt hat. Zu dieser Tötung leistete der Mitbeschuldigte nach Überzeugung des Gerichts Hilfe. Wohl stand er dabei unter einem gewissen Druck seitens des Haupttäters. Er befand sich hingegen nicht in einer derartig unmittelbaren Gefahr, dass er diese nur durch seine Gehilfenschaft zur Tötung hätte abwenden können. Entsprechend hat das Kantonsgericht die Verurteilung wegen Gehilfenschaft zu vorsätzlicher Tötung ebenfalls bestätigt.

Angesichts des Verschuldens erachtete das Kantonsgericht wie das Kreisgericht für den Haupttäter eine unbedingte Freiheitsstrafe von 19 Jahren und für den Gehilfen eine solche von vier Jahren als angemessen. Zudem wurden den beiden Beschuldigten Verfahrenskosten in der Höhe von über 250'000 Franken auferlegt.

Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

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Hier findest du Hilfe:

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirche

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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