McDonald's-Attacke: Er hat Tugçe auf dem Gewissen
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McDonald's-AttackeEr hat Tugçe auf dem Gewissen

Auf den Fotos wirkt er freundlich, doch der Schein trügt: Sanel M., der junge Mann, der Tugçe ins Koma geschlagen hat, ist ein alter Bekannter der Polizei.

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Der Staatsanwalt fordert für Sanel M. (links) drei Jahre und drei Monate Haft. M. hatte im November 2014 die Studentin Tugçe Albayrak tödlich verletzt.

Der Staatsanwalt fordert für Sanel M. (links) drei Jahre und drei Monate Haft. M. hatte im November 2014 die Studentin Tugçe Albayrak tödlich verletzt.

AP/Boris Roessler
Sanel M. lächelt stets auf seinen Facebook-Bildern. Doch der Schein trügt: Der 18-Jährige hat am 15. November 2014 die 22-jährige Tugçe Albajrak so fest geschlagen, dass die junge Frau Tage später an den Folgen dieser Verletzung starb.

Sanel M. lächelt stets auf seinen Facebook-Bildern. Doch der Schein trügt: Der 18-Jährige hat am 15. November 2014 die 22-jährige Tugçe Albajrak so fest geschlagen, dass die junge Frau Tage später an den Folgen dieser Verletzung starb.

kein Anbieter/Facebook
Tatsächlich ist M. ein alter Bekannter der Polizei: Insgesamt sei bereits 15 Mal gegen den Jugendlichen ermittelt worden. Dabei sei es um Ladendiebstahl, Sachbeschädigung und gefährliche Körperverletzung gegangen.

Tatsächlich ist M. ein alter Bekannter der Polizei: Insgesamt sei bereits 15 Mal gegen den Jugendlichen ermittelt worden. Dabei sei es um Ladendiebstahl, Sachbeschädigung und gefährliche Körperverletzung gegangen.

kein Anbieter/Facebook

Freundlich lächelt Sanel M. in die Kamera. Meistens posiert er allein, auf einigen seiner Facebook-Bilder zeigt sich der 18-jährige Serbe mit seinen besten Kollegen. Doch der Schein trügt: Sanel M. hat vor rund zwei Wochen die Studentin Tugçe Albajrak auf dem Parkplatz einer McDonald's-Filiale in Offenbach so fest geschlagen, dass die 22-Jährige ins Koma fiel. Vor wenigen Tagen wurde Tugçe für hirntot erklärt, die lebenserhaltenden Maschinen wurden daraufhin abgestellt.

Wie «Bild» berichtet, hat Sanel M. trotz seiner Jugend ein dickes Polizei-Dossier. Insgesamt sei bereits 15-mal gegen den Jugendlichen ermittelt worden. Dabei sei es um Ladendiebstahl, Sachbeschädigung und gefährliche Körperverletzung gegangen. Derzeit sitzt M. im Gefängnis Wiesbaden in Untersuchungshaft, zusammen mit 280 weiteren Jungkriminellen.

Solidarität für den Täter

Sein Profil hat Facebook mittlerweile gesperrt. Seine Freunde kommentieren aber immer noch Bilder, auf denen der junge Täter erscheint. «Free Sanel», schreibt ein Nutzer namens Muamar Jugo.

Auch andere bekundeten ihre Solidarität zum Täter auf seinem Profil. «… Wir wissen, dass keiner von diesen Idioten dich versteht…», schrieb ein Kollege. Und: Tugçe sei «genauso alkoholisiert» gewesen wie die Mädchen, für die sie sich eingesetzt hatte, kommentiert Benutzer Laa den Beitrag. «Sie war auch kein Engel.»

Mal- und Gitarrenkurse im Gefängnis

Es ist noch zu früh, um M.s rechtliche Situation einzuschätzen. Der renommierte Frankfurter Staranwalt Joachim Bremer erklärt gegenüber der «Bild»-Zeitung: «Soweit mir bekannt ist, ist der Beschuldigte mehrmals polizeilich aufgefallen. Man kann daher davon ausgehen, dass das Gericht ‹schädliche Neigungen› sieht.» M. könnte nach Jugendrecht die Höchststrafe von zehn Jahre drohen. Der Prozess wird allerdings frühestens in sechs Monaten beginnen.

Die meiste Zeit verbringt der 18-Jährige unterdessen in einer Einzelzelle der JVA Wiesbaden. Ein Kripo-Ermittler erklärt, dass die Behörden Übergriffe auf den jungen Täter befürchten. Ab und zu darf M. jedoch die Mal- und Gitarrenkurse besuchen. Zudem nimmt er an diversen Film- und Theaterprojekten teil. Viermal im Monat wird er für eine Stunde Besuch empfangen dürfen.

Die Polizei veröffentlichte vor einigen Tagen ein Video der Tatnacht (Quelle: YouTube/TimelapseTR)

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