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Zeidler zum umstrittenen Penalty«Er hat zwei Gründe gesehen, aber das kann nicht sein»

St. Gallen scheidet nach einem umstrittenen Penalty aus der EL-Qualifikation aus. Auch die Begründung des Unparteiischen macht den Fehlentscheid nicht besser.

von
Eva Tedesco

«Am Schiedsrichter lag es nicht», sagt FCSG-Trainer Peter Zeidler.

Video: 20 Minuten/ete

Darum gehts

  • Der FC St. Gallen verliert nach einem umstrittenen Penalty gegen AEK Athen 0:1.
  • Trainer Peter Zeidler spricht nach dem Spiel über die Szene.
  • Für die Ostschweizer ist das Abenteuer Europa schon wieder vorbei.

Es regnete in Strömen. Unaufhörlich trommelten die Regentropfen auf das Stadiondach. Es war, als würde der Himmel nach dem Aus in der Europa-League-Qualifikation mit den enttäuschten St. Gallern weinen. Es war schlicht trostlos. Der Blick von Peter Zeidler an der Medienkonferenz war leer, seine Haltung drückte grenzenlose Enttäuschung aus, noch ehe er etwas sagte. So hat man Zeidler noch nie gesehen. Er, der sonst nur so sprüht vor Energie und Lebensmut, der allem und jedem immer etwas Positives abgewinnen kann, sei es noch so schlecht oder bitter.

«Heute Abend kann man nichts Positives sehen, weil wir ausgeschieden sind. Wir wollten unbedingt nächste Woche dieses Spiel gegen Wolfsburg - das haben wir nicht erreicht und dürfen traurig sein», sagt der 58-jährige Deutsche dann. «Das ist schlecht! Das ist richtig schlecht und es brauche wohl einige Zeit, bis es verdaut ist», sagt er noch, «aber vielleicht reicht ja eine Nacht.» Die Bilder der Szene, die zum ungerechtfertigten Penalty führte und den FCSG nach einem mutigen Auftritt in die Knie zwang, werden ihm wohl noch lange den Schlaf geraubt haben.

Erst Gelb, dann eine Antwort

«Der Schiedsrichter hat gepfiffen, also war es Elfmeter. Interessant wäre gewesen, was der VAR dazu gesagt hätte», sagt Zeidler nach dem Spiel. In dieser Phase der Qualifikation verzichtet die Uefa allerdings noch auf den Video-Beweis. So ging Zeidler nach dem Spiel zum Unparteiischen Alejandro Hernandez und fragte ihn nach den Gründen, warum er auf Penalty entschieden hätte. Der Spanier sei nervös gewesen und Zeidler wohl ein wenig ungehalten, deshalb gab es auf dem Platz Gelb für den Trainer (und auch noch die Ampelkarte für Lukas Görtler). Die Begründung bekam er aber später auch noch.

Ein Tor reicht, der FC St. Gallen scheitert in der 3. Runde der Europa League an AEK Athen.

Video: SRF

«Er hat zwei Gründe gesehen, warum er Elfmeter pfeift», sagt Zeidler, «aber das kann es schon mal nicht sein.» Er und sein Staff hätten sich die Szene am TV mehrmals angesehen und kamen zum Schluss: «Zigi ist schon mal raus und es war klar kein Elfmeter. Schade, denn wir waren vorbereitet auf eine Verlängerung und aufs Elfmeterschiessen. Und das hätten wir sicher auch verdient gehabt.»

Zu schnell vorbei

Die St. Galler Taktik basiere darauf, dass man perfekt sei nach einem Ballverlust, so Zeidle weiter. Und das sei man in dieser Szene nicht gewesen. Auch deshalb habe AEKs Nelson Oliveira allein auf das Tor zulaufen können. Der FCSG-Traine meint: «Wir haben die Niederlage zu akzeptieren, aber vielleicht hat er (der Schiedsrichter, Anmerk. d. Red.) selber gewusst, dass es nicht ganz so souverän war. Aber wir sollten jetzt bitte nicht den Schiedsrichter dafür verantwortlich machen, dass wir jetzt nächste Woche nicht mehr in Europa sind. Das sind wir schon selber. Am Schiedsrichter lag es nicht, auch wenn es die entscheidende Szene des Spiels war.»

So war die erste Qualifikationsrunde der Europa League für die Ostschweizer auch schon die Endstation. Wie schon vor zwei Jahren beim letzten europäischen Auftritt unter Zeidler, als man an Sarpsborg (NOR) scheiterte. «Schlimm ist, dass es so schnell vorbei ist. Wir haben so lange von Europa geträumt - bitter, dass wir als Zweiter der Liga nun nur ein europäisches Spiel hatten», sagt Zeidler am Schluss und rechnete vor, dass der FC Lugano letzte Saison als Tabellendritter der Super League sechs Partien hatte. «Aber so sind halt die Regeln und das wussten wir auch schon vorher. AEK ist als Mannschaft gut aufgetreten und wir waren nicht weit weg – aber das ist jetzt ein schwacher Trost.»

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25 Kommentare
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Galleboy

26.09.2020, 16:20

Wir werden uns wieder den wichtigen Dingen im Leben widmen: Würsten!

Thomas

25.09.2020, 10:48

Immer das gleiche verloren und die Schuld bei anderen suchen nur nicht eingestehen das man selber schlecht gespielt habe

bru

25.09.2020, 09:56

Kann passieren wenn zwei ca gleiche teams spielen!nur der penalty ist sonnenklar verstehe die Läute nicht die das bestreiten,Traurig für die Ostschweiz keine Euro gewonnen dafür Schweizer Meister 20/21 und ihr gewinnt Franken sowieso viel besser😂