Aktualisiert 06.01.2020 06:42

Allein über Atlantik

Er ist der härteste Ruderer der Schweiz

Zwei Zürcher wollten im Ruderboot den Atlantik überqueren. Nun musste einer der beiden aufgeben – wegen Seekrankheit. Sein Partner ist jetzt allein unterwegs.

von
wed

Mit einem Ruderboot rund 4800 Kilometer über den Atlantik – die beiden Zürcher Ruderer Florian Ramp (42) und Dominic Schaub (28) starteten am 12. Dezember unter dem Namen Team Atventure zur Talisker Whisky Atlantic Challenge, dem härtesten Ruderrennen der Welt. Mit 15 Stunden Training pro Woche bereiteten sich die erfolgreichen GC-Ruderer über Monate auf die Herausforderung ihres Lebens vor.

«Mir geht es gut, ich bin fit und motiviert»

Nach neun Tagen auf See war das Abenteuer für den 28-jährigen Schaub aber schon wieder vorbei: «Wegen anhaltender und einschneidender Seekrankheit musste er das Rennen abbrechen», heisst es beim Team Atventure. Inzwischen geht es Schaub besser und er ist seit dem 1. Januar wieder in der Schweiz.

Via Satellitentelefon unterstützt er Ramp nun bei der Wetteranalyse oder der Routenwahl. Denn der 42-jährige Ramp rudert das Boot nun ganz allein über den Atlantik in Richtung Antigua und ist weiterhin offiziell im Rennen. «Mir geht es gut, ich bin fit und motiviert. Nach einigen Tagen Eingewöhnungszeit habe ich auch meinen Rhythmus gefunden», lässt Ramp via sein Team 20 Minuten ausrichten.

«Der Sonnenaufgang ist immer extrem schön»

Nach der Evakuierung von Schaub hatte er aber noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Die Entsalzungsmaschine ist ausgestiegen. «Es war ein ziemlicher Schockmoment, aber ich konnte sie mithilfe eines Videos reparieren», so Ramp.

Aufgrund dieser beiden Vorfälle hat der 42-Jährige einige Plätze im Rennen verloren. Aktuell liegt Team Atventure total auf dem 29. Platz, in der Paar-Kategorie liegt er auf Platz 5. «Ich bin zuversichtlich, dass ich noch einige Positionen gutmachen kann, bis ich Mitte Februar am Ziel in Antigua ankomme.» Bis dahin kann Ramp noch mehrmals seinen Lieblingsmoment erleben: «Der Sonnenaufgang ist immer extrem schön.»

1 / 9
Mit einem Ruderboot rund 4800 Kilometer über den Atlantik – die beiden Zürcher Ruderer Florian Ramp (42) und Dominic Schaub (28) starteten am 12. Dezember zum härtesten Ruderrennen der Welt.

Mit einem Ruderboot rund 4800 Kilometer über den Atlantik – die beiden Zürcher Ruderer Florian Ramp (42) und Dominic Schaub (28) starteten am 12. Dezember zum härtesten Ruderrennen der Welt.

Janic Spinas
Mit 15 Stunden Training pro Woche bereiteten sich die erfolgreichen GC-Ruderer über Monate auf die Herausforderung ihres Lebens vor.

Mit 15 Stunden Training pro Woche bereiteten sich die erfolgreichen GC-Ruderer über Monate auf die Herausforderung ihres Lebens vor.

Atlantic Campaigns and Talisker Whisky Atlantic Challenge
Nach neun Tagen auf See war das Abenteuer für den 28-jährigen Schaub aber schon wieder vorbei.

Nach neun Tagen auf See war das Abenteuer für den 28-jährigen Schaub aber schon wieder vorbei.

Suntiki/ Lars Kristiansen

Gesundheitliche Probleme auf zweitem Schweizer Boot

Insgesamt nehmen drei Schweizer Boote an der Atlantik-Überquerung teil. Gabi Schenkel, die von Anfang an allein rudert, liegt aktuell auf dem 33. Platz. Auch bei ihr gab es Schwierigkeiten – sie wurde ebenfalls seekrank, wie es auf ihrer Website heisst. Wegen einer Erkältung hatte sie zudem mit Fieber und Ohrenweh zu kämpfen. Aufgegeben hat Schenkel aber nicht. Ihr Gesundheitszustand hat sich inzwischen verbessert.

Auf Platz 18 ist aktuell das Viererboot der Swiss Ocean Dancers mit Tatjana Aristilde Giro, Astrid Schmid, Carla Lemm und Sandra Hoenig.

Challenge

Die Talisker Whisky Atlantic Challenge gilt als eines der härtesten Ruderrennen der Welt. Seit dem 12. Dezember überqueren über 30 Teams den Atlantik – etwa 4800 Kilometer in 30 bis 90 Tagen von La Gomera in Spanien zur Karibikinsel Antigua. Das Projekt kostet die beiden Zürcher rund 168'000 Franken, wobei die Hälfte davon ins Boot investiert wurde.

Fehler gefunden?Jetzt melden.