WM im Beachsoccer: «Noël Ott ist der Lionel Messi im Sand!»
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Fantastische WM-Leistungen«Er ist der Messi im Sand! Er hat die gleichen Eigenschaften wie er»

An der WM im Beachsoccer sorgt die Schweizer Nati für Furore. Ein Gruppenspiel steht noch an, im Viertelfinal steht die Schweiz aber bereits. Hat die Mannschaft Chancen auf den Weltmeister-Titel?

von
Nils Hänggi
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Noel Ott wird von seinem Coach im Gespräch mit 20 Minuten in den höchsten Tönen gelobt.

Noel Ott wird von seinem Coach im Gespräch mit 20 Minuten in den höchsten Tönen gelobt.

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Ott lacht, als er die Würdigungen seines Trainers hört. Generell scheint den 27-Jährigen kaum etwas aus der Ruhe zu bringen.

Ott lacht, als er die Würdigungen seines Trainers hört. Generell scheint den 27-Jährigen kaum etwas aus der Ruhe zu bringen.

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Doch Fakt ist: 2014 war Ott einer von drei Nominierten bei der Wahl zum besten Spieler der Welt und holte mit der Schweiz 2019 Bronze an den European Games in Minsk. Der Beachsoccer-Star zählt zu den Besten seines Fachs.

Doch Fakt ist: 2014 war Ott einer von drei Nominierten bei der Wahl zum besten Spieler der Welt und holte mit der Schweiz 2019 Bronze an den European Games in Minsk. Der Beachsoccer-Star zählt zu den Besten seines Fachs.

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Darum gehts

  • Die Schweiz zeigt eine fantastische Beachsoccer-WM.

  • Die ersten beiden Spiele gewann die Nati, sie steht bereits vorzeitig im Viertelfinal.

  • Im Gespräch mit 20 Minuten reden Coach Angelo Schirinzi und Spieler Noel Ott über den Erfolg.

Bei der Schweizer Beachsoccer-Nati läuft es. An der Weltmeisterschaft in Russland feierte die Nationalmannschaft bereits in zwei Spielen zwei Siege. Gegen Belarus drehten die Schweizer einen 1:3-Rückstand in einen 7:3-Sieg. Noch sensationeller verlief der Start in die WM. Da gab es einen wahren Bilderbuch-Auftakt! Das Team von Angelo Schirinzi schlug Rekordweltmeister Brasilien 4:3 im Penaltyschiessen. Zum allerersten Mal überhaupt!

Zwar ist noch ein Spiel in der Gruppenphase (am Dienstag gegen El Salvador) ausstehend, doch bereits jetzt ist klar: Im Viertelfinal stehen die Schweizer bereits. Klar also, sind Coach Angelo Schirinzi und Spieler Noel Ott zufrieden. Im Gespräch mit 20 Minuten sind beide gut gelaunt, lachen viel. «Dass wir vor allem gegen Brasilien gewinnen konnten, freute uns sehr. Im Fussball! Nach dem Sieg hatten wir Tränen in den Augen. Und jetzt haben wir bereits die Viertelfinal-Quali sicher. Was will man mehr in unserer Sportart?», so Schirinzi. Ott meint: «Es ist überwältigend.»

«Der Unterschied ist, dass er nicht so viel verdient»

Für den 27-jährigen Ott ist die WM ein weiteres Highlight in einer sehr erfolgreichen Karriere. Bereits zum vierten Mal ist er mit der Schweiz an der Endrunde dabei. 2014 war er einer von drei Nominierten bei der Wahl zum besten Spieler der Welt und holte mit der Schweiz 2019 Bronze an den European Games in Minsk. Der Beachsoccer-Star zählt zu den Besten seines Fachs, wird immer wieder mit Superstar Lionel Messi verglichen.

Angesprochen darauf winkt Ott ab. Er, der dem Beachsoccer als Amateur nachgeht und zu 100 Prozent arbeitet, sagt: «Ich will mich gar nicht mit Lionel vergleichen. Fussball ist schon eine andere Sportart, es ist ein schwieriger Vergleich. Schön ist es natürlich.» Aber er konzentriere sich auf seine Karriere. Als Schirinzi das hört, fällt er seinem Spieler ins Wort und widerspricht ihm. «Noel ist der Messi im Sand! Er hat die gleichen Eigenschaften wie er – nur auf einem anderen Untergrund», so der Coach. «Er hat nicht den gleichen Namen, aber ansonsten? Der einzige Unterschied ist wohl, dass er nicht so viel verdient.» Ott sei ganz wichtig fürs Team. Leider habe er sich zuletzt das Kreuzband gerissen.

Und der Schweizer Messi? Der lacht, als er die Würdigungen seines Trainers hört. Generell scheint den 27-Jährigen kaum etwas aus der Ruhe zu bringen. Er ist happy mit sich und seiner Karriere. Neid auf die Schweizer Fussball-Nati-Stars verspürt er nicht. «Sicherlich denkt man manchmal, dass es nach einem Turnier schön wäre, ein paar Tage frei zu haben. Das gibt es bei uns halt nicht», so Ott. «Wir kommen nach Hause und gehen am nächsten Tag arbeiten. Aber wir haben ja alle diesen Weg bewusst eingeschlagen, daher ist alles gut.»

Wird die Schweiz Weltmeister?

Der aktuelle Weg der Nati geht – wie erwähnt – am Dienstag gegen El Salvador weiter. Danach folgt der Viertelfinal. Zuletzt scheiterte die Schweiz zweimal knapp im Viertelfinal. Ein Medaillengewinn gelang der Nati bisher ein einziges Mal, als sie 2009 im Final Brasilien 5:10 unterlag. Besonders kurios: Eigentlich wäre die Schweiz gar nicht für die aktuelle WM qualifiziert gewesen. Dass die Nationalmannschaft zum sechsten Mal an einer Endrunde dabei ist, hat sie der Ukraine zu verdanken. Beim Quali-Turnier in Portugal hatten sie das entscheidende Spiel gegen die Ukrainer verloren. Da diese aber auf eine Teilnahme verzichteten, rückte die Schweiz nach.

Nachrücken und dann die Sensation? Wird die Schweiz Weltmeister? «Unsere Philosophie ist wirklich, dass wir von Spiel zu Spiel schauen», so Ott. Der 48-jährige Schirinzi ergänzt: «Wenn man an ein Turnier reist, will man es gewinnen. Doch ich halte den Ball flach. Es ist wichtig, dass wir von Spiel zu Spiel schauen. Ich will nicht zu sehr Druck aufbauen.» Doch was soll schon mit einem Messi im Team schiefgehen?

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