14.09.2016 14:31

Powell über Trump

«Er ist eine Schande für die Nation»

Gehackte E-Mails zeigen, was der Ex-Aussenminister von Donald Trump hält. Den Datendiebstahl soll – wie schon bei den Demokraten – Russland begangen haben.

von
mlr
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Donald Trump zeigt sich neuerdings diszipliniert. Er sagt nicht mehr unkontrolliert Dinge, die ihm politisch schaden (12. September 2016). Schaden könnten ihm allerdings die Ermittlungen gegen seine Stiftung und abschätzige Aussagen von Parteikollegen.

Donald Trump zeigt sich neuerdings diszipliniert. Er sagt nicht mehr unkontrolliert Dinge, die ihm politisch schaden (12. September 2016). Schaden könnten ihm allerdings die Ermittlungen gegen seine Stiftung und abschätzige Aussagen von Parteikollegen.

AP/Evan Vucci
Am 11. September 2016 wankte Hillary Clinton beim Einsteigen in einen Minibus, und später wurde bei ihr eine Lungenentzündung diagnostiziert. Doch Trump sagte dazu nur: Gute Besserung! (11. September 2016)

Am 11. September 2016 wankte Hillary Clinton beim Einsteigen in einen Minibus, und später wurde bei ihr eine Lungenentzündung diagnostiziert. Doch Trump sagte dazu nur: Gute Besserung! (11. September 2016)

AP/Andrew Harnik
Nach dem Schwächeanfall zeigte sich Hillary kurz in der Öffentlichkeit. Aber Zweifel über ihre Gesundheit wurden genährt.

Nach dem Schwächeanfall zeigte sich Hillary kurz in der Öffentlichkeit. Aber Zweifel über ihre Gesundheit wurden genährt.

AP/Andrew Harnik

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat in seinen eigenen Reihen viele Kritiker. Wie gross die Skepsis gegenüber dem New Yorker Immobilienmogul ist, zeigen gehackte E-Mails des Ex-Aussenministers Colin Powell. In privaten Nachrichten beschreibt der Ex-General Trump als «Schande für die Nation» und wirft ihm vor, sich in einer «rassistischen Bewegung» zu engagieren.

Die E-Mails wurden als Erstes von «Buzzfeed» veröffentlicht. Das Portal will die Daten von der Website DCLeaks.com erhalten haben, die Verbindungen zu russischen Hackern haben soll. Experten vermuten, dass dahinter dieselben Cyberkriminellen stehen, die auch Daten der Demokraten gehackt haben.

«Trump zerstört sich selbst»

In einer Nachricht bezeichnet Powell Trumps Versuche, US-Präsident Barack Obama als Ausländer und Muslim zu diffamieren, als Rassismus. «Und was, wenn er Muslim wäre?», so Powell, «jeden Tag werden Muslime als Amerikaner geboren.»

Ein Sprecher Powells bestätigte dem Nachrichtensender ABC News die Echtheit der E-Mails. Trump sei in einem Prozess, in dem er sich selbst zerstöre, soll Powell etwa im Juni an die Journalistin und seine frühere Beraterin Emily Miller geschrieben haben. «Es braucht die Demokraten gar nicht, um ihn zu attackieren», heisst es weiter.

Wirbel um die Trump-Stiftung

Dass Trump selbst genügend Angriffspotenzial liefert, zeigen auch die Ermittlungen der New Yorker Staatsanwaltschaft gegen die gemeinnützige Donald J. Trump Foundation. Gegen welche Gesetze für Wohltätigkeitsorganisationen die Stiftung genau verstossen haben soll, gab der demokratische Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman zwar nicht bekannt, jedoch hatten alle 16 demokratischen Mitglieder des Rechtsausschusses im Repräsentantenhaus in einem Brief Justizministerin Loretta Lynch aufgefordert, Ermittlungen wegen Bestechung aufzunehmen. Laut «Washington Post» soll Trump zudem viel weniger Geld für gemeinnützige Zwecke gespendet haben, als er behauptet. Aus dem Stiftungsvermögen soll er auch private Anschaffungen finanziert haben, etwa ein 1,8 Meter grosses Gemälde, das ihn selbst zeigt. Kostenpunkt: 20'000 Dollar.

Wieder Daten gehackt

Auch die Demokraten sind derweil offenbar erneut von russischen Hackern angegriffen worden. Laut der Interimschefin der Partei, Donna Brazile, wurden weitere Dokumente gestohlen. Wie NBC News berichtet, veröffentlichten die Hacker um Guccifer 2.0, die bereits für die Angriffe im Frühsommer verantwortlich sein sollen, am Dienstag an einer IT-Sicherheitskonferenz neue Dokumente. Betroffen sein sollen 670 Megabytes an Daten, darunter die privaten Handynummern und E-Mail-Adressen von hochrangigen Mitarbeitern des Weissen Hauses.

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