Aktualisiert 07.06.2012 16:57

Nadal über Djokovic«Er ist vielleicht ein bisschen verrückt»

Novak Djokovic rettete sich trotz Matchbällen gegen sich in den French-Open-Halbfinal - nicht zum ersten Mal. Einen Erklärungsversuch für die mirakulösen Momente des Serben liefert Rafael Nadal.

von
fbu

Roger Federer gegen Novak Djokovic lautet einer der beiden Halbfinals der French Open. Damit stehen sich zwei Athleten gegenüber, die eine Runde zuvor hart für ihr Weiterkommen kämpfen mussten. Während der Schweizer einen 2-Satz-Rückstand gegen Juan Martin Del Potro wettmachte, wehrte Novak Djokovic im vierten Satz gegen den Lokalmatador Jo-Wilfried Tsonga vier Matchbälle ab.

Djokovic präsentierte sich in dieser Partie als Kämpfer mit viel Widerstandskraft. «Es gibt keine vernünftige, rationale Erklärung für solche Siege», sagte der Serbe der nun im 25. Grand-Slam-Spiel hintereinander ungeschlagen ist. «Du musst einfach nur versuchen, immer stark im Kopf zu bleiben. Und nicht zurückzucken, wenn es hart und brenzlig wird.»

Volles Risiko wie 2011 gegen Federer

Auch der unbestrittene Sandkönig Rafael Nadal fand die Rückkehr von Djokovic faszinierend. Der Spanier betont, dass es Mut brauche, bei Matchbällen so draufzuhauen, wie das die Weltnummer 1 gegen Tsonga getan hat. Er vergleicht diesen Moment mit dem Halbfinal des US-Open im letzten Jahr. Dort traf der Serbe auf Roger Federer. Djokovic wehrte auch da zwei Matchbälle ab und verliess den Platz am Ende als Sieger – dort aber sogar im Servicegame des Schweizers.

Vor allem der erste Punkt war mirakulös. Der Serbe hielt beim Return voll drauf und die knallharte Vorhand wurde zu einem Winner. Nadal nahm am Mittwoch Bezug auf diesen Punkt: «Vielleicht hat er bei diesem Schlag Mut bewiesen, vielleicht war er aber auch einfach verrückt!» Der frühere US-Tennisspieler Jimmy Connors fasste diesen Moment damals so zusammen: «Solche Siege schaffen diese ganz besondere Aura um einen Spieler. Sie bringen dir Respekt und Anerkennung.»

Spezielle Siege bringen Selbstvertrauen

Ob Djokovic sich mit seiner Rettung gegen Tsonga wieder mit einer solchen Aura umgeben hat, wird sich im Halbfinal gegen Federer zeigen. Immerhin dürfte dieser Sieg der Weltnummer 1 die Bestätigung gegeben haben, dass er seinen Können auch in heiklen Situationen abrufen kann – ganz ähnlich wie damals gegen Roger Federer im US-Open-Halbfinal 2011. Aber: Auch sein Schweizer Gegner hat mit seiner Rückkehr gegen Del Potro wieder Selbstvertrauen getankt.

Novak Djokovic wehrt im US-Open-Halbfinal 2011 gegen Roger Federer zwei Matchbälle mirakulös ab. (Quelle: YouTube)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.