Niklaus Wirth: Er könnte so bekannt sein wie Steve Jobs
Aktualisiert

Niklaus WirthEr könnte so bekannt sein wie Steve Jobs

Der Mac wird 30. Wäre die Geschichte damals nur ein wenig anders gelaufen, könnte heute ein Schweizer die Ikone des PCs sein.

von
Beat Glogger
Der erste PC der Geschichte hiess Lilith und steckte in einem Holzkasten.

Der erste PC der Geschichte hiess Lilith und steckte in einem Holzkasten.

In den Anfängen des Computerzeitalters flimmerten nur unscharfe grüne Zeichen über die Bildschirme. Die Rechner waren so gross wie Einbauküchen. Dann kam 1984 der Macintosh der Firma Apple und damit ein völlig neues Konzept: Jeder Mensch hat auf seinem Schreibtisch einen eigenen kleinen Computer stehen. Der Personal Computer war geboren. Und auch die moderne Benutzeroberfläche mit Programmfenstern und Menus, wie wir sie heute kennen.

Doch der Mac war nicht der erste seiner Art. Denn schon vier Jahre zuvor hatte der ETH-Professor Niklaus Wirth einen ähnlichen Personal Computer vorgestellt. Das Modell mit dem Namen Lilith verfügte bereits über eine Maus. Ein Schweizer Unternehmen startete die Massenproduktion. Doch das Geschäft lief nicht. Nach drei Jahren und 300 verkauften Exemplaren ging die Firma Pleite. Das habe ihn nie gestört, sagt Wirth heute, «mir ging es immer um die Wissenschaft».

Trotzdem wurde Wirth zu einem der weltweit wichtigsten Informatiker – wenn auch nicht annähernd so berühmt wie Apple-Gründer Steve Jobs. Immerhin steckte bis 1994 in jedem Mac auch ein Stückchen Wirth. Apples Betriebssystem basierte nämlich auf der Programmiersprache Pascal, welche Niklaus Wirth erschaffen hatte. Mit derselben Sprache haben auch Generationen von Schülern die Welt der Informatik entdeckt.

«Mir ging es nie ums Geschäft, sondern um Technik und Wissenschaft.» – Niklaus Wirth, Computerpionier und emeritierter Professor der ETH Zürich

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