Kriminalgericht Luzern: Er kümmerte sich lieber um Drogen als um seine zwei Töchter

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Kriminalgericht LuzernEr kümmerte sich lieber um Drogen als um seine zwei Töchter

Ein heute 45-Jähriger nahm Heroin und Kokain und verkaufte auch Drogen, um seinen Konsum zu finanzieren. Auch vernachlässigte er Zahlungen an seine Familie. Nun kriegt er eine Gefängnisstrafe.

von
Gianni Walther
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Kokain und Heroin hatte ein heute 45-Jähriger verkauft, um seine eigene Drogensucht zu finanzieren.

Kokain und Heroin hatte ein heute 45-Jähriger verkauft, um seine eigene Drogensucht zu finanzieren.

20min/Agency
Auch Diebstähle hatte er begangen: So klaute er etwa Elektro-Scooter, ein Töffli und ein Leichtmotorfahrrad.

Auch Diebstähle hatte er begangen: So klaute er etwa Elektro-Scooter, ein Töffli und ein Leichtmotorfahrrad.

IMAGO/Michael Gstettenbauer
Neben Bargeld hatte der Mann auch Hehlerware von seinen Kundinnen und Kunden angenommen.

Neben Bargeld hatte der Mann auch Hehlerware von seinen Kundinnen und Kunden angenommen.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Um seinen Drogenkonsum zu finanzieren, hatte ein Mann Heroin und Kokain verkauft und Diebstähle begangen.

  • Als Bezahlung für die Betäubungsmittel nahm er neben Geld auch gestohlene Gegenstände entgegen.

  • Auch hatte der Mann während mehrerer Jahre keinen Unterhalt für seine beiden Töchter und die von ihm getrennt lebende Ehefrau bezahlt.

  • Das Kriminalgericht Luzern verurteilt den Mann zu einer Freiheitsstrafe.

Betäubungsmitteldelikte, Vernachlässigung der Unterhaltspflichten, Diebstähle, Hehlerei: Unter anderem für diese Vergehen hat das Kriminalgericht Luzern einen Mann (45) schuldig gesprochen. Zwischen August 2018 und Juni 2021 hatte der Mann keinen Unterhalt für seine beiden Töchter (14 und 9) bezahlt. Auch Unterhaltszahlungen an seine von ihm getrennt lebende Frau hatte er während dieser Zeit unterlassen. Insgesamt hatte er Zahlungen über eine Summe von 56’000 Franken nicht geleistet.

Der Mann habe sich nicht darum gekümmert und sich geweigert, «mit der dafür vorgesehenen Institution an seiner Drogensucht zu arbeiten», heisst es im Urteil des Kriminalgerichts. So hatte der Verurteilte im Jahr 2020 während knapp eineinhalb Monaten etwas mehr als 700 Gramm Kokain gekauft. Knapp 390 Gramm konsumierte er selbst, einen weiteren Teil verkaufte er in Luzern an verschiedene Abnehmerinnen und Abnehmer. Auch hatte er in dieser Zeit fast 70 Gramm Heroin gekauft. Auch da konsumierte er einen Teil selbst und verkaufte das restliche Heroin weiter. Mit dem Gewinn von mindestens 5700 Franken finanzierte er seinen eigenen Konsum. 

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit Suchtmitteln?

Hier findest du Hilfe:

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Information und Substanzwarnungen

Anonyme Alkoholiker, Tel. 0848 848 885

Stopsmoking.ch, Tel. 0848 000 181

Vergiftungsnotfälle, Tel. 145

Kriminalgericht Luzern verurteilt ihn zu Gefängnis

Für die Drogen nahm der Mann nicht nur Geld, sondern auch Gegenstände entgegen: Mobiltelefone, Tablets, Laptops, eine Gaming-Konsole, Lautsprecher oder auch Werkzeuge im Gesamtwert von rund 11’000 Franken, womit sich der Mann der Hehlerei schuldig gemacht hatte. Weiter beging er mehrere Diebstähle. So klaute er etwa Elektro-Scooter, ein Töffli und ein Leichtmotorfahrrad. Bei der Flucht vor einer Polizeikontrolle in Luzern hatte er sich zudem unerlaubt in einer Garage versteckt und damit Hausfriedensbruch begangen.

Das Kriminalgericht verurteilt den 45-Jährigen zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Rund 20’800 Franken Verfahrenskosten muss er ans Kriminalgericht bezahlen. Das Urteil ist rechtskräftig. 

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