Breel Embolo: Er lächelt wieder
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Breel EmboloEr lächelt wieder

Breel Embolo trifft beim 2:1 gegen Hoffenheim endlich wieder. Der Applaus auf Schalke tut ihm gut.

von
cst
Erzielte gegen Hoffenheim sein zweites Saisontor: Nationalstürmer Breel Embolo.

Erzielte gegen Hoffenheim sein zweites Saisontor: Nationalstürmer Breel Embolo.

Keystone

Ende Januar hatte es der deutsche Boulevard auf ihn abgesehen. Auf ihn, Breel Embolo, den Rekordeinkauf von Schalke 04. Die «Bild» forderte in grossen Lettern, dass der Schweizer endlich liefern müsse. Und sie fragte, ob er nun eine Stimmungskanone oder doch ein Topstürmer sei.

Ersteres ist er unbestritten, in Gelsenkirchen mögen sie den Menschen Embolo. Und eigentlich auch den Fussballer Embolo. Nur konnte er seit seiner Ankunft im Sommer 2016 die Verantwortlichen nie so sehr überzeugen, wie er das zuvor beim FC Basel getan hatte. Die Topstürmer-Frage der «Bild» war nicht ganz unbegründet.

Der Grund dafür, dass es nicht von Beginn weg auf Schalke passte, ist einfach: Kaum war Embolo in der Bundesliga angekommen, verletzte er sich schwer. Ein Wadenbeinbruch sowie ein Riss der Syndesmose und des Innenbandes beendete seine Saison. Als er im vergangen Sommer wieder in die Mannschaft zurückkehrte, sah der neue Trainer nur eine Nebenrolle für den Rekordeinkauf vor. Tedesco tadelte Embolo öffentlich. Seine Fitness und Einstellung würden nicht genügen. Trotz unruhiger Winterpause blieb der Stürmer ruhig – und auf Schalke.

«Er wird Schalke noch viel Freude bereiten»

Und obwohl der Start in die Rückrunde mit Teileinsätzen und vielen Minuten auf der Bank wieder nicht optimal war, könnte nun vielleicht doch alles besser werden. Am Wochenende hat er es nämlich endlich wieder getan: Embolo hat geliefert.

Beim 2:1-Sieg gegen Hoffenheim überzeugt er am Ball, aber auch ohne. Er hat gute Szenen. Er rackert. Und vor allem: Er trifft. Erstmals in der 14. Minute. Dieses Tor wird ihm vom Video-Schiedsrichters wegen Abseits noch verweigert. 14 Minuten später schaltet dieser sich aber nicht mehr ein. Der zweite Treffer des 21-Jährigen zählt. Es ist erst sein zweiter in dieser Saison.

Embolo trifft nicht nur wieder, er lächelt auch wieder. Als er sieben Minuten vor dem Ende ausgewechselt wird, gibt es viel Applaus von den Rängen. Es ist ein Applaus, der ihm sichtlich gut tut. Am Ende gewinnt Schalke 2:1 – und Embolo sehr viel Goodwill. Lokale Medien schreiben von der «Wiedergeburt» des Rekordeinkaufs. Schalke-Manager Christian Heidel sagt: «Breel wird Schritt für Schritt besser und wird Schalke noch viel Freude bereiten.»

Der Dank an den Videoanalysten

Embolo, der bei seinem Tor von einem Fehlpass von Hoffenheims Kevin Vogt profitierte, sagt nach dem Spiel, dass sein Tor zu 80 Prozent an die Schalker Videoanalysten ginge. Noch am Donnerstag wiesen ihn diese daraufhin, dass Vogt manchmal ein zu mutiger Spieler sei. Embolo spekulierte auf einen Fehlpass. Er kam – und mit ihm der Befreiungsschlag für den Schweizer.

«Es ist einfach eine Erleichterung, ein sehr schöner Moment», sagt der Schweizer Nationalspieler am Ende dieses Abends zu den «Ruhr Nachrichten». Die «Bild» titelt am Folgetag übrigens: «Embolo macht Schalke froh.»

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