Aktualisiert 06.12.2014 12:29

Marco Streller

«Er lässt sich nicht von einem Lüftchen umhauen»

Im letzten Spiel vor der Winterpause zwischen Luzern und Basel kommt es zum Wiedersehen zweier Freunde. Markus Babbel und Marco Streller kramen in Erinnerungen.

von
Eva Tedesco

Knapp drei Jahre (zwischen 2004 und 2007) spielten Markus Babbel (42) und Marco Streller (33) beim VfB Stuttgart. Gemeinsam wurden sie im Mai 2007 Deutscher Meister. Nach dem Meistertitel trennten sich die Wege der beiden. Streller kehrte zum FCB zurück, wurde 2011 Captain und ist heute das rotblaue Herz beim Serienmeister. Babbel startete seine Trainerkarriere und landete via Stuttgart, Hertha Berlin und Hoffenheim Mitte Oktober beim FCL.

«Marco ist ein ganz feiner Junge. Man hat Riesenspass mit ihm und im Alter ist er auch Profi geworden. Die Phase, in der wir wenig Kontakt hatten, hat unserer Freundschaft keinen Abbruch getan. Ich muss Freunde nicht unbedingt jeden Tag sehen. Man ist in der Branche drin, Marco hat Familie und Kinder, und bei mir ist es nicht anders. Aber wenn man dann anruft, findet man sofort den Draht wieder. Wir haben nach meiner Unterschrift beim FCL wie zwei Waschweiber zwei Stunden lang gequasselt. Ich freue mich echt drauf, wenn wir uns Mal zum Essen sehen können. Dieses Jahr werden wir das nicht mehr hinkriegen, aber nächstes Jahr werde ich einmal nach Basel fahren», sagt Babbel über Streller.

Mit Alex Frei über Babbel gesprochen

Streller sagt über Babbel: «Ich kenne ihn als Trainer nicht, aber als Menschen und da ist er fantastisch. Wir haben eine enge Beziehung, auch wenn es eine Phase gab, in der wir wenig Kontakt hatten. Aber wenn man so gut befreundet ist, braucht es höchsten einen Tag und man findet sich wieder. Er ist einer der interessantesten und nettesten Persönlichkeiten, die ich im Fussball kennengelernt habe.»

Er habe vor der Unterschrift in Luzern nicht mit Babbel gesprochen. «Ich habe mit Alex Frei über ihn gesprochen. Ich finde, Markus ist alt genug und wenn er ein gutes Gefühl hat, dann kann er sich auf das verlassen. Aber einen Tag nachdem er unterschrieben hat, haben wir etwa zwei Stunden miteinander telefoniert – wie Waschweiber. Wir hatten uns halt viel zu erzählen.»

Wiedersehen nach über sieben Jahren

Streller traut seinem ehemaligen Zimmerkollegen den FCL und dessen unruhiges Umfeld zu. «Natürlich ist Luzern kein einfaches Pflaster, aber ich meine, wo hat er vorher überall gespielt? Er lässt sich von dem Lüftchen sicher nicht umhauen, denn er hat schon andere Stürme ausgehalten. Manchmal tut es auch gut, wenn man sich als Mannschaft ein bisschen hinter dem Trainer «verstecken» kann und Markus hat sehr, sehr breite Schultern», so der FCB-Captain.

Breite Schulter wird man beim FCL im letzten Spiel vor der Winterpause brauchen. Denn am Samstag empfängt das SL-Schlusslicht ausgerechnet den Meister. Dabei kommt es zum Wiedersehen. Ist das nicht komisch für die einstigen Mannschaftskollegen, als Spieler und Trainer aufeinanderzutreffen?

Babbels Sorgen mit den Ehemaligen

Streller: «Es ist ein komisches Gefühl, weil wir früher für das gleiche Team gearbeitet haben und jetzt müssen wir gegeneinander spielen. Vorher und während der 90 Minuten sind wir keine guten Freunde, aber nach dem Spiel sind wir wieder ganz easy.»

Und Babbel: «Es wird freudig, auch wenn ich hoffe, dass Marco nicht spielt, weil offenbar alle Ehemaligen mir eine reinballern wollen: Sandro Wieser habe ich gehabt, und der hat mir eine reingeballert. Caio kenne ich aus der Bundesliga und er hat mir eine reingeballert, und jetzt wird wahrscheinlich der Streller kommen und will mir eine reinballern (lacht) ... Im Ernst: Ich hoffe, dass Marco dabei ist, weil es einfach schön ist. Wir können ein paar alte Geschichten aufwärmen, und das wird gut.»

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